Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 121)
- Language
- German, English, Hebrew
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118 j. Kongreß-Sitzung: Politisches Referat serer praktischen Arbeit in Palästina anerkennen, denen aber die Vision eines wirklichen Zionismus fehlt. Trotzdem suchen wir auch innerhalb der zionistischen Bewegung, in der eine Einheitsfront erwartet werden könnte, diese vergebens. Im Jischuw besteht eine gefährliche Zersplitterung. Wir werden der politischen Kommission einiges über die politischen Konsequenzen der Illoyalität und Disziplinlosigkeit in der Bewegung und im Jischuw zu berichten haben. Ich möchte mich hier nicht mit inneren Parteiproblemen beschäftigen, aber ist es nicht allen klar, daß der Zionismus über Partei und Klasse stehen muß? Wenn es unter den Kongreßdelegierten jemanden gibt, der mit Gleichgültigkeit oder Unbekümmertheit den sogenannten Kongreß, der für den nächsten Monat nach Wien einberufen ist, betrachtet, dann muß ich sagen, daß diese Gleichgültigkeit kurzsichtig und diese Unbekümmertheit töricht ist. Wir wissen, daß zionistische Organisationen, zionistische Kongresse, die uns Konkurrenz machen, nicht leben können. Die durch Herzl geschaffene Zionistische Organisation, der von Herzl einberufene zionistische Kongreß sind der einzige Platz für Zionisten. Diejenigen, die sich selbst lostrennen, sind dazu verurteilt, als destruktive Kräfte im jüdischen Leben zu verschwinden. Der große Herzl stellte an die Spitze seine? zionistischen Philosophie das Prinzip einer einheitlichen politischen Füh rung des gesamten jüdischen Volkes, die für das ganze jüdische Volk spricht und gegenüber dem ganzen jüdischen Volke verantwortlich ist. Wenn demgegenüber heute eine Gruppe sogenannter Zionisten Herzls große Schöpfungen verhöhnen, indem sie sich auf ihn berufen, um ihre separatistische und zerstörende Aktion zu rechtfertigen, so ist das wahrlich eine große Tragik! Es genügt nicht, daß wir den Austritt der Revionisten aus der Zionistischen Organisation beklagen. Es genügt nicht, daß wir die katastrophalen Wirkungen ihrer Aktivität auf außenpolitischem Gebiets zur Zeit, als sie noch zur Zionistischen Organisation gehörten, ebenso wie die Tätigkeit, die sie jetzt zu entfalten drohen, da sie nunmehr in ihren eigenen Zelten hocken, verurteilen«. Wir müssen positive Schritte tun, um den politischen Schaden gutzumachen, den sie der Sache des Zionismus zugefügt haben. Ein Schritt in dieser Richtung ist bereits unternommen worden. Wenn die Revisionisten sich in der Hoffnung wiegten, daß ihr Austritt den Kongreß lähmen würde, dann hat dieser Kongreß sie wohl bereits eines Besseren belehrt. Dieser Kongreß ist der größte, der je abgehalten wurde, und wenn einige Zehntausend früherer revisionistischer Schekelzahler durch den Gratisschekel, der von der sogenannten Neuen Zionistischen Organisation angeboten wird, verlockt worden sind, dann sind Hunderttausende treuer Zionisten an ihre Stelle getreten, und nahezu eine Million hat für den Vorzug, Anhänger der Organisation Herzls zu sein, den Schekel bezahlt. Aber andere positive Schritte müssen unternommen werden: Auf diesem Kongreß muß eine größtmögliche Kooperation der Parteien und Gruppen geschaffen werden, um der neuen Exekutive eine starke und