Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 109)
- Language
- German, English, Hebrew
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106 j. Kongreß-Sitzung: Politisches Referat nicht, ob wir gewagt hätten, eine so große Zahl anzunehmen, wie sie jetzt Wirklichkeit geworden ist. Das Gleiche gilt für die künftige Alijah.. Tatsache ist, daß man die Zahl nicht vorausbestimmen kann, die das Land auf wirtschaftlicher (Grundlage fassen kann. Nach den Worten des Staatssekretärs für die Kolonien muß man eine Maximal einwanderung von Juden im Ausmaße der Aufnahmefähigkeit des l.an des in das Land gestatten; etwas anderes wäre ein Unrecht sowohl gegen die Juden wie gegen das Land. Iis ist kein entscheidendes Argument, wenn man sagt, daß es notwendig sei, für schlechte Zeiten vor bereitet zu sein. Von Fachleuten auf dem Gebiete der Wirtschaft wunLbewiesen, daß die wirtschaftliche Entwicklung ernstlich gefährdet ist, wenn die Arbeitsbedürfnisse des Landes zur Zeit des wirtschaftlichen Aufschwunges nicht voll erfüllt werden. Iis ist für uns sehr wichtig, daß der jüdische Jischuw im Lande schnell und in dem Ausmaße wächst, wie es die Verhältnisse gestatten Im Jahre 11)30 stieg die jüdische Bevölkerung auf ungefähr 160.00c Menschen. Viele sagten damals, daß unsere Lage im Lande ganz anders wäre, wenn wir zu einer Bevölkerung von 300.000 Menschen gelangten Heute, da wir einen jüdischen Jischuw von 350.000 Seelen erreicht haben, müßten wir sagen, tlaß unsere Lage anders sein wird, wenn wir auf 700.000 Menschen oder eine Million kommen. Das ist kein fernes Ziel. Iis war im Jahre 1930 schwerer zu prophezeien, daß der Jischuw von 160.000 auf 350.000 wachsen werde, als jetzt das Wachstum von 350.000 auf 700,000 oder 1 Million im Verlauf einer verhältnismäßig kurzen Periode vorauszusehen. PUAGIiN DLS BODLNKAUl'S. Wenn die letzten Jahre eine deutliche Besserung auf dorn Gebiete der Alijah aufweisen, so ist es leider unmöglich, auf eine Besserung im P.nverb von Hoden hinzuweisen. Während des letzten Kongresses in Prag standen wir nahe vor der liinführung von zusätzlichen Beschrän kungen für den Botlenkauf. Noch von Prag aus wurden damals alle möglichen Anstrengungen gemacht durch Briefe an den Kolonial sekretär und den High Commissioner diese Beschränkungen zu be seitigen oder wenigstens auf eine spätere Zeit zu verschieben, damit die Möglichkeit gegeben sei, sich noch einmal damit zu befassen. Unsciv Anstrengungen waren jedoch nicht von lirfolg gekrönt, und infolge dieser und anderer Beschränkungen wurde, der Bodenkauf in lirc/. Israel zu einer der vcrwickeltsten Angelegenheiten. Obwohl das Gespenst der „verdrängten Araber** durch die Untersuchung der Regie rung selbst ganz verschwunden war, wurden dennoch Schwierigkeiten auf Schwierigkeiten gehäuft, welche die lirwerbung von Böden durch die Juden hindern. Wir selbst, ich meine die Juden als Volk, haben uns nicht bemüht* die'Verhältnisse zu bessern. Der Ruf des Kercn Kaycmeth wurde nicht in genügendem Maße gehört. Wieviele Juden haben ferner ohne jedes Zögern versucht» Urez Israel durch Bodenspekulation in eine Goldgrube für sich zu verwandeln, haben in verbrecherischer Weise die Boden-