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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 101

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 101 (sequence 104)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9145-3485296
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Brodetsky 101 jetzt verschwunden. Heute ist es tatsächlich beinahe unmöglich, eine englische Zeitung aufzuschlagen, ohne darin etwas über den Erfolg der jüdischen Arbeit in Palästina zu finden. Die Londoner City hat bereits mehrmals ihren Glauben an die wirtschaftliche Zukunft Palästinas durch ansehnliche Anleihen und Investitionen zu sehr günstigen Bedingungen zum Ausdruck gebracht. Weitere Beweise dieses Glaubens wird zweifellos auch die Zukunft bringen. Ich muß gestehen, daß diese außergewöhnlichen Vertrauensbeweise für unser Palästinawerk einige Gefabren in sich bergen. Einerseits können finanzielle Investitionen, die außerhalb der jüdischen Kontrolle liegen, uns in Unternehmungen stürzen, die außerhalb unserer wirklichen Aufbauinteressen liegen. Selbst jüdisches Privatkapital ist nicht unbedingt eine Garantie für die Wahrung unserer nationalen Interessen, wenn wir nicht diese nationalen Interessen durch nationales Kapital, durch Keren Hajessod und Keren Kayemeth schützen. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, daß die Leute durch übertriebene Berichte über unsern Erfolg zu dem Glauben verführt werden, die jüdische nationale Heimstätte sei schon fertig, während wir in Wirklichkeit doch erst am Anfang eines großen Prozesses nationaler Einwanderung und Ansiedlung stehen. Aber bei allen Gefahren für unseren Erfolg in Palästina — eines bleibt: Es gibt keinen Zweifel mehr an der Möglichkeit der Verwirklichung des Zionismus. Es gibt kaum mehr einen Menschen, Juden oder Nichtjuden, der die Verhältnisse in Palästina gesehen hat und def nicht seinen Glauben an die wirtschaftliche Gesundheit dieser Entwicklung äußern würde und nicht der Ansicht wäre, daß die Einwanderungsziffer unbedingt vergrößert werden muß, wenn diese Gesundheit aufrechterhalten werden soll. So ist es verständlich, daß im Jahre 1935 die Weißbücher und Expertenberichte der Jahre 1930 und 1932 völlig in Vergessenheit geraten sind. Die zionistische Politik ist auch im Hinblick auf die unerträgliche Lage des jüdischen Volkes in vielen Teilen der Welt unangreifbar; nicht nur wegen der Lage in Deutschland, wo die Demütigungen und Leiden der Juden ein unvorstellbares Maß erreicht haben, sondern auch wegen der Lage der Juden in vielen anderen Ländern. Die beiden letzten Jahre haben eine noch nicht dagewesene Verschärfung der jüdischen Tragödie gebracht. Ein Ventil ist notwendig — heute sieht das jeder ein. Alle Juden geben dies heute zu, auch jene, die nicht auJ •unserer Seite standen, die Indifferenten und die, die uns auf Grund ihrer bürgerlichen oder proletarischen Assimilation bekämpft haben. Sie alle haben zugeben müssen, daß in der Zeit der Not nur Palästina bereit war, die Opfer der Verfolgung und des Elends aufzunehmen. NEUER TERRITORIALISMUS. Aber die Geschichte bringt Wiederholungen. Vor dreißig Jahren wurde die zionistische Bewegung durch den Ugandakonflikt in zwei Lager gespalten. Die großen Verfolgungen und Pogrome, die in den ersten Jahren des Jahrhunderts den jüdischen Himmel verdunkelten,

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