Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 101)
- Language
- German, English, Hebrew
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98 j. Kongreß-Sitzung: Referat über Verwirklichung des Zionismus politischen, kolonisatorischen und erzieherischen Aufgaben, die diese Stunde von uns verlangt. DIE ERWEITERTE JEWISH AGENCY. Vor sechs Jahren wurde ein großer, kühner Versuch unternommen, das jüdische Volk in der erweiterten Jewish Agency zusammenzufassen. No.ch klingen uns die begeisterten Worte unseres Freundes Ussischkin über die neue Epoche in den Ohren, die mit der Erweiterung der Agency begonnen habe. Drei Epochen zählte damals Ussischkin auf: die erste Epoche Pinskers — die Epoche der Chibbat Zion; die zweite Epoche Herzls — die Epoche des politischen Zionismus; und die dritte Epoche Weizmanns — die Epoche der Vereinigung des ganzen Volkes für den Aufbau Palästinas. Zu unserem Bedauern -— und wir müssen dies deutlich und laut sagen — hat sich diese große Hoffnung nicht erfüllt. Die erweiterte Jewisb Agency, wie sie vor sechs Jahren in Zürich geschaffen wurde, ist gescheitert. Der Gedanke der erweiterten Agency ging dahin, in der Aufbauarbeit gemeinsam mit der iv\i einer bestimmten Ideologie und persönlicher Zugehörigkeit zu einer Organisation aufgebauten Organisation auch Körperschaften und Verbände, die nicht auf einer Ideologie aufgebaut sind, wie Gemeinden und gesetzlich anerkannte Gemeinde verbände, territoriale und interterritoriale Organisationen, wie die Alliance, die Agudas Jisroel, das American Jewish Committee, Berufsverbände usw. zusammenzufasse n Alle diese Organisationen wollten wir in den Aufbau Palästin is hereinziehen. Obwohl nach diesem Plane die Zionistische Organisation gegenüber den anderen Körperschaften und Verbänden nur eine Minderheit war, wurde das System fifty-fifty geschaffen, das der Zionisri sehen Organisation in der erweiterten jewish Agency die Hälfte der Stimmen sicherte, um dadurch den politischen Charakter und den ideologischen Inhalt des gemeinsamen Werkes entsprechend dem Geiste der zionistischen Bewegung sicherzustellen. Damals wurde die Befürchtung ausgesprochen, daß die erweiterte Jewish Agency im Falle einer politischen Krise für die politischen Bestrebungen des Zionismus enttäuschen könne. Diese Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet. In den Tagen der Krise, die sofort nach der Schaffung der erweiterten Agency begannen, bewiesen die Nichtzionisten Loyalität, und ihre Hilfe gereichte uns in unfserem politischen Kampfe zum Segen. Dagegen haben sich die anderen Hoffnungen, die organisatorischen und kolonisatorischen, die auch viele Gegner der Erweiterung damals auf die Agency setzten, nicht erfüllt. Das jüdische Volk hat sich in der erweiterten Agency nicht zusammengeschlossen, und ihre Aktionsfähigkeit ist nicht gestiegen. Die Körperschaften, Verbände und Gemeinden haben sich nicht angeschlossen. In der Agency blieb nur eine kleine Gruppe von begeisterten^ einflußreichen Freunden Palästinas. Wir schätzen die treue Hilfe dieser Freunde hoch, der erweiterte Rahmen wurde jedoch nicht ausgefüllt, und obwohl diese Stunde für eine Aenderung der for-