Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 99)
- Language
- German, English, Hebrew
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96 2. Kongreß-Sitziwg: Referat über Verwirklichung des Zionismus UNSER VERHÄLTNIS ZU DEN ARABERN. Die internationale Lage ruft große Sorgen hervor, verstärkt dia tiefe Besorgnis, die in uns durch die Erschütterung unserer Eixstenz in der Diaspora erregt wird, und wir können uns ni,cht mehr mit dem bisherigen Tempo und Umfang unseres Werkes begnügen. Wir brauchen einen neuen Aufschwung in unserer Arbeit, und wenn wir die Maßstäbe unseres Werkes ausdehnen wollen, verschließen wir nicht unsere Augen vor unseren Nachbarn und den Schwierigkeiten, die sie uns in dieser Uebergangszeit bereiten können. Nichts aber wird die gegenseitige Verständigung zwischen uns. und unseren arabischen Nachbarn so fördern, wie das Wachstum unserer Kraft im Lande. Die Stärke unserer Arbeit und Leistung, die Seele unseres ganzen Werkes ist Friede, sind friedliche Beziehungen, ist Gerechtigkeit und rechtliche Beziehungen. Wir kehren als friedliche Leute in das Land zurück und werden nipht davon ablassen, uns um die Herstellung eines Friedens zwischen uns und dem arabischen Volke zu bemühen, nicht ein s trügerischen Friedens, sondern eines wahren Friedens, der auf gegenseitiger Achtung und auf gemeinsamer Erkenntnis unserer grolkrr historischen Aufgabe und des Strebens des arabischen Volkes n,i h Freiheit und Wiederauferstehung beruht. Wir werden von unseren Ziele in seinem vollen Umfange nicht abweichen, auch wenn die Schwierigkeiten hundertmal größer werden, aber wir achten und respektieren auch das Ziel der arabisch-nationalen Bewegung, auch wenn sie uns feindlich ist. Es besteht kein unabwendbarer historischer Widerspruch zwischen diesen beiden Zielen, er ist um so weniger vorhanden, wenn wir es wagen, die beiden Ziele in ihrem vollen Umfange zu sehen. Denn während unser eigenes Ziel auf Palästina beschränkt ist, ist C\\i Zukunft der arabischen Nation nicht ausschließlich an dieses Land gebunden. Die Araber Palästinas sind nur ein kleiner Teil der arabischen Nation, und Palästina bildet weniger als fünf Prozent der Fläche, die von den Arabern in Syrien, Irak und Arabien besetzt ist. Es gibt genügend Raum für die Entwicklung beider Völker, ohne daß das eine das andere zu bedrängen und begrenzen braucht. Aus gegenseitiger Hilfe aber werden beide Völker großen Nutzen ziehen, und je größer unsere Zahl in Palästina wird, desto größer wird dieser Segen sein, desto leichter werden ihn auch unsere Nachbarn anerkennen. DIE BEDEUTUNG DER ZIONISTISCHEN ORGANISATION. An diesem Wendepunkte der Zeiten, da wir eine neue Politik in unserem Verhältnis zu England und den Arabern und einen neuen Maßstab in unseren Bemühungen um die Einwanderung, um Kolonisation, Geldmittel, Erziehung und Vorbereitung des Volkes brauchen, müssen wir auch die Bedeutung der Zionistischen Organisation erneuern und ihre Kraft, Einheit, Disziplin und Arbeitsfähigkeit erhöhen. Zum ersten Male in der Geschichte der Bewegung tritt ein Zionistenkongreß mit einer Schekelzahl von einer Million Schekelzahlern zusammen. Auch diese eine Million entspricht jedoch nicht den Auf-