Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 98)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ben-Gurion 9S Landwirtschaft und der Wirtschaft des Staates zugefügt. Der Arbeitermangel erschütterte unsere Position auf diesen grundlegenden Gebieten: während Zehntausende von jungen Chaluzim zur Einwanderung bereit standen und wir der Regierung durch peinlichst genaue Untersuchungen nachwiesen, daß das Land weitere Arbeitskräfte braucht, schränkte die Regierung die Quote der Arbeiterein Wanderung ohne jede moralische und wirtschaftliche Berechtigung ein. DIE LANDWIRTSCHAFTLICHE KOLONISATION — DIE BASIS. In diesen beiden Jahren sah es die Exekutive als eine ihrer zentralen Aufgaben an, weite Bodenflächen für eine größere Siedlung vorzubereiten und die Erwerbung des Hule-Gebietes war der erste Ausdruck hierfür. Aber auch dieser mit Hilfe der Regierung unternommene: bedeutsame Schritt steht in keinem entsprechenden Verhältnis zu den bringenden Bedürfnissen unserer Kolonisation. Die Zunahme unserer landwirtschaftlichen Siedlung läuft nicht parallel mit der Zunahme unserer Bevölkerung überhaupt, und wenn ich vorhin sagte, daß wir in den nächsten Jahren den Jischuw verdoppeln müssen, so ist es* damit wir eine gesunde Zusammensetzung der Bevölkerung haben, die im Lande verwurzelt ist, unerläßlich, daß wir gleichzeitig unsere landwirtschaftliche Bevölkerung verdreifachen. Hierfür müssen wir die Erwerbung ausreichender Bodenflächen beschleunigen und erweitern und die landwirtschaftliche Basis unserer Bevölkerung verstärken. DIE SICHERHEITSFRAGE. Sogleich nach dem letzten Kongreß standen wir in Palästina vor einer schweren Erschütterung. In den Monaten Oktober—November 1933 brachen in Jaffa und in anderen Städten schwere Unruhen aus, wir dürfen jedoch zum Ruhme der Regierung sagen, daß sie es verstanden hat, mit starker Hand die Sicherheit aufrecht zu erhalten. Die Regierung wandelte nicht in den Wegen des ersten High Commissioners, des jüdischen High Commissioners vom Jahre 1921, auch nicht in den Wegen der Regierung im Jahre 1929: die Einwanderung wurde nicht gesperrt. Wir wollen dieses große Verdienst der Regierung nicht verkleinern. Bei voller Anerkennung des großen Aktivums der Aufrechterhaltung der Sicherheit — und die Sicherheit ist die zentrale Lebensfrage des Landes müssen wir jedoch protestieren gegen die gefährliche Beeinträchtigung des Anspruchs der jüdischen Bevölkerung auf ihren Anteil an den Sicherheitskräften, der Polizei, dem Grenzkorps und an den Staatsdiensten. Mit dieser Beeinträchtigung werden wir uns nicht abfinden, weil es hierbei um Leben und Tod geht. Die Sorge .der Regierung für die Sicherheit reicht nicht aus. Wir haben das» Recht und die Pflicht, in vollem Umfange unseres Anteils an der Bevölkerung in den Sicherheitskräften des Landes vertreten zu sein. Nur dann werden wir das Gefühl haben, daß wir sicher und geschützt sind {Lebhafter Beif(ül).