Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 95)
- Language
- German, English, Hebrew
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92 a. Kongreß-Sitzung: Referat über Verwirklichimg des Zionismus \ Kapital kann und soll ein Hebel sein für die Mobilisierung größerer Beträge, für die Aufnahme innerer und äußerer Anleihen, wie es der Versuch der letzten beiden Jahre gezeigt hat. In diesen beiden Jahren haben wir die erste intertuiüonale Anleihe auf der Grundlage des Besitzes, den wir durch den Keren Hajessod geschaffen haben, durchgeführt. Unser Kapital bildete nicht nur ein kolonisatorisches Mittel, sondern eine Kreditbasis, und die Erweiterung dieser Basis in umfassendem Stile ist eine der Vorbedingungen für eine große Kolonisation. DIE HEBRÄISCHE SPRACHE UND KULTUR. Auf diese große Kolonisation in Palästina müssen wir uns nicht nur mit Geld, durch Technik und Arbeit vorbereiten. Wir wollen nicht einfach eine große Anzahl von Juden ins Land bringen, wir wolUn \ die jüdische Nation erneuern. Wir wollen nicht ein Ghetto, nicht ein Kulturbabel, wie wir es auf diesem Kongreß sehen, auf dem sogar die Abgesandten Palästinas sich dazu zwingen müssen, in einer fremden Sprache zu reden, sondern wir wollen eine „Sammlung der Zerstreuten'\ wollen, daß diese in Palästina zu einer einheitlichen national-kulturellen Gemeinschaft zusammenwachsen. Diese aber wird nicht c c-; stehen, wenn wir dem Volke nicht die hebräische Sprache vermitteln, wenn wir in ihm nicht die hebräische Kultur mit ihivo. ewigen Werten verwurzeln (Stürmischer Beifall und Händeklatsche ■ DIE ZUSAMMENARBEIT MIT DER MANDATSREGIERUNG. Der Zionismus steht vor einer Aufgabe, vor der noch nie eine nationale Bewegung gestanden hat. Seine Aufgabe ist nicht die Befreiung des Volkes und Landes von fremdem Joch, sondern die Sammlung des in der Fremde zerstreuten Volkes und seine Verwurzelung i.n. Lande. Der Zionismus muß aus dem Nichts etwas schaffen, mi-.ty einen Staat von seinen Uranfängen an aufbauen. In der Geschieh e der Völker gibt es kein Beispiel dafür, daß ein Staat ohne die Hilio eines Staates errichtet wird. Der Aufbau eines Staates gehört zu dv.n Dingen, bei denen nur Zwang durch Zwang geschmiedet werden j kann. Wir haben hier das erste Beispiel, daß ein Volk ohne Staat und >; Land seinen Staat aufbaut. Der große Schöpfer des Zionismus fand» aus diesem Zauberkreis den Ausweg: er schuf die Zionistische Orga- : nisation als ein staatliches Instrument, als einen freiwilligen Organib- \ mus, in dem jedoch Disziplin herrscht und der die Kraft hat, seine \ Glieder für den Aufbau des Staates zu verpflichten und zu aktivieren. Dies ist unser erstes Zwangsmittel, das Instrument, das im jüdischen j Volke die Aufgabe des Staates erfüllt, den wir noch nicht besitzen, j Wir arbeiten jedoch nicht im politisch luftleeren Räume. Palästina j ist der Herrschaft der Mandatsregierung unterstellt. Die Erfüllung 1 der großen kolonisatorischen Aufgabe ist ohne feste, aktive Zusammen- I arbeit mit der Mandatsregierung nicht möglich. Der Zionismus wird mittels internationaler Faktoren verwirklicht, der entscheidende von ihnen ist die Mandatsregierung, und feste, zuverlässige, gegenseitige