Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 93)
- Language
- German, English, Hebrew
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90 j. Kongreß-Sitzung: Referat' über Verwirklichung des Zionismus Arbeit auf dem Lande hängt von intensiver Tätigkeit in der Stadt abw Wir werden uns jedoch auf Stadt und Land allein nicht beschränken. DIL EROBERUNG DER MEERE. Um eine große Einwanderung vorzubereiten, müssen wir uns aller»■ wirtschaftlichen Möglichkeiten bedienen, die im Lande vorhanden sind, und unser Land besteht nicht allein aus dem Eestlande. Das Meer isU tfie Fortsetzung unseres Landes, und von den wirtschaftlichen und kulturellen Eroberungen, die unser bei der Rückkehr in das Heimatland harren, ist eine der größten und entscheidenden die Eroberung d-es Meeres. Eine Masseneinwanderung nach Palästina und ihre Verwurzelung im Lande ist unmöglich, ohne daß wir in die Arbeiten aut dem Meere eindringen. Sowohl vom wirtschaftlichen wie vom polit? sehen Gesichtspunkte kommt dem Meere eine entscheidende Beden tung zu. Bereits heute, wo unsere Zahl nur 350.000 Seelen beträgt nimmt das Meer im Wirtschaftsleben Palästinas einen bedeutsamer Platz ein. Die jüdische Einwanderung hat für Tausende von Familien auf dem Meere, bei der Seefahrt und im Transportwesen Lebens möglichkeiten geschaffen. Tausende von Schiffen laufen unsere Küstj an. Der Import und Export zur See, die Einwanderungsbewegung und der Touristenverkehr sind fast völlig die Frucht unserer Tätigkeit, aber heute gibt es nur wenig Juden, die vom Meere leben. Auf den Schiffen, die unsere Einwanderer und Touristen und unsere Gütet ins Land bringen, sind fast keine jüdischen Seeleute und Transport arbeiter beschäftigt. Dieser gesamte, große, sich ständig erweiternde Wirtschaftszweig gehört nicht uns. Einen großen Teil der Schuld hieran trägt die Regierung, die die Arbeit auf dem Meere uns verL sperrt, aber auch wir sind nicht schuldlos. Wir haben uns nicht dariim gekümmert, Menschen für den Dienst auf dem Meere vorzubereiten, jüdische Schiffe zu erwerben, und unsere Kaufleute und Agenten haben nicht daran gedacht, jüdische Arbeiter im Seedienst zu beschäftigen. Dies ist nicht nur ein wirtschaftlicher Verlust, sondern auch eine poli tische Gefahr, weil der, der das Meer in der Hand hat, den Schlüssel zum Lande besitzt. Wir sollten daran denken, daß unser Land miti zwei Meeren gesegnet ist; beide* haben im Leben des Landes einJ große wirtschaftliche und politische Rolle gespielt und werden sie auch in Zukunft spielen. Das eine der beiden Meere ist das Mittelländische Mzer. Palästina grenzt im Osten an die große Wüste, im Westen an das große Meer, das Mittelländische Meer. Die Wüste war stets der verborgene Feind Palästinas. Aus ihr brachen die zerstörenden Kräfte hervor, die das' Land in eine Einöde verwandelt haben. Wenn wir nach Palästina zurückkehren, wollen wir unsere kulturelle Beziehung zur Kulturwelt des Westens aufrecht erhalten. Das Mittelmeer aber ist die Brücke zwischen Palästina und Europa, und wir müssen daher in diese Brücke einen festen Pflock einschlagen. Das Mittelländische Meer darf nicht die Grenze Palästinas, sondern muß seine Fortsetzung, Erweiterung und der Verbindungssteg zu den großen Zentren des Judentums in