Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 92)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ben-Gurion 89 heute vergeudet, verdunsten nutzlos, strömen ins Meer, schwemmen den fruchtbaren Boden fort und machen ihn arm, sammeln sich in krankheiterregenden, fieberverseuchten Sümpfen, versickern im Boden ohne Ausweg* weil im Lande keine Bevölkerung vorhanden ist, die don großen Segen erkannt hat, der auf diesem lebendigen Wasser ruht, weil kein Plan und keine Mittel vorhanden sind, dieses Wasser in eine, fruchtbare, belebende Kraft zu verwandeln. Ali . das müssen wir schaffen, wenn wir eine breite Kolonisation wollen. Die zionistische Bewegung ist dazu berufen, eine neue .Wissenschaft des Judentums" zu schaffen, nicht jene unfruchtbare „Wissenschaft des Judentums*4, die in der Diaspora entstanden ist und sich mit den fruchtbaren. Schriftzeichen der Literatur des Mittelalters befaßt hat, sondern eine „Wissenschaft des Judentums44, die schöpferisch ist, eine Wissenschaft vom Wasser, die es versteht, jeden Regentropfen, jeden Wasserfall, alle Ströme, Bäche und Quellen zu sammeln, um den verdursteten Boden zu benetzen, die Wüste fruchtbar zu machen und eine vollkommene Landwirtschaft zu schaffen, die eine starke Bevölkerung ernähren kann. Der Zionismus muß alle wissenschaftlichen Kräfte im Judentum und in der Welt mobilisieren, um die Wasserverhältnisse Palästinas zu erforschen und in einem Höchstmaße auszunutzen. Denn nur wenn wir verstehen, unsere Kolonisation auf die vollendetsten und intensivsten Arbeitsmethoden abzustellen, wenn es uns gelingt, dem Boden den Segen des Wassers wiederzugeben und das Geheimnis gesteigerten Ertrages zu lösen, werden wir die landwirtschaftliche Bevölkerung verdoppeln und verdreifachen können, und nur wenn unsere Wirtschaft qualitativ, organisatorisch und in ihrer Vielgestaltigkeit den höchsten Ertrag hervorbringt, wird sie imstande sein, den schweren Konkurrenzkampf mit der dürftigen, billigen Produktion unserer nichtjüdischen Umgebung auszuhalten. Als Beispiel mag uns Dänemark dienen, ein Land, das sich in zwei Generationen dank der wissenschaftlichen Methode und der genossenschaftlichen Organisation aus einem Lande armer Bauern in eines der fruchtbarsten und reichsten landwirtschaftlichen Länder der Welt verwandelt hat. INDUSTRIE, HANDWERK UND BAUWESEN. Die Landwirtschaft wird die Grundlage unserer großen Kolonisation bilden. Aber selbst wenn wir in vollem Umfange die im Boden verborgenen Möglichkeiten entwickeln und seinen Ertrag auf das Höchstmaß steigern, wird die Landwirtschaft als solche allein die große Einwanderung nicht aufnehmen können. Wir müssen vielmehr auch das Handwerk, das Bauwesen und die Industrie entwickeln. Wie wir uns um die Festigkeit und Verwurzelung unserer Kolonisation kümmern müssen — und sie werden nur dann sicher dastehen, wenn wir im Boden Wurzel schlagen — so müssen wir uns auch um das Tempo unserer Siedlung und ihr quantitatives Ausmaß kümmern. Vom Gesichtspunkte des Tempos und der Quantität aus aber sind Industrie, Handwerk und Bauwesen eine Funktion der Landwirtschaft. Unsere