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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 84

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 84 (sequence 87)
Language
German, English, Hebrew
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84 2. Kongreß-Sitzung: Referat über Verwirklichung d?s Zionismus wegung, der hebräischen Literatur, der jüdischen Arbeiterbewegung. Aus seiner Mitte schöpfte das jüdische Volk in der gesamten Diaspora seine moralische, kulturelle und organisatorische Kraft. Heute ist das russische Judentum vom Körper des jüdischen Volkes losgerissen eine kraftvolle Quelle ist versiegt und verschüttet, eine Quelle, die mi? ihrem Reichtum die versprengten Teile unseres Volkes genährt und im Mittelpunkte der beginnenden Erlösung unseres Volkes in seiner Heimat gestanden hat. Wehe uns, wehe dem Zionismus, wehe dem jüdischen Volke, wenn wir aus diesem bitteren, tragischen . Erlebnis nicht die Lehre ziehen; denn wer weiß, was uns in der Zukunft bevorsteht, vor welchen Vertusten und Verhängnissen wir noch in anderen Ländern stehen. Wir haben aber in den abgelaufenen 25 Jahren auch große Zeiten erlebt: wir erlebten die Balfour-Deklaration und den Beginn der großen Verwirklichung, aber in diesen großen Tagen fehlte uns die Hilfe, d»j Teilnahme und die Fähigkeit jenes großen Zweiges unseres Volkes, des russischen Judentums, und vielleicht wäre die Gesamtgeschichie unseres zionistischen Werkes völlig anders, hätte das russische Juden tum nach der Balfour-Deklaration von seiner Kraft dem Aufbai! Palästinas zur Verfügung stellen können. Unvergleichlich groß und gewaltig ist der Verlust, den wir dadurch erlitten haben, daß das russische Judentum von uns losgerissen wurde. Wir hoffen jedoch, dai.: diese Loslösung nicht für alle Zeiten erfolgt ist und einst der Tue kommt, an dem das russische Judentum als ein organischer, freier, schöpferischer Teil des jüdischen Volkes in einem freien, erneuerten Rußland zu uns zurückkehren wird (Stürmischer, i an ganhaltender Beifall). DIE AUFGABE UNSERER GENERATION. Weil wir die Gefahren sehen, die uns bedrohen, und spüren, daß jeder Zeitverlust ein uneinbringlicher Verlust ist, müssen wir uns fü>4 das Werk unserer Generation vorbereiten. Wir werden die Erlösun;.; nicht in einer Generation herbeiführen. Der Zionismus hat nicht eine teilweise Erlösung des Volkes zum Ziele, auch nicht die Erlösung eines Teiles des Volkes, sondern die vollständige Erlösung des gesamten Volkes (Stürmischer, sich immer erneuernder Beifall), und die Erfüllung der vollständigen Aufgabe des Zionismus ist das Werk von Generationen. Unsere Generation aber ist dazu berufen, mit all ihrem Können; mit ihrer gesamten Kraft und konzentriertem Willen ihren eigenen Teil zu leisten. Wir sind nicht berufen, das Werk zu vollenden, wir haben jedoch zu leisten, was eine Generation zu leisten imstande ist, und die Aufgabe, die auf unserer Generation ruht, das Werk, das in dieser Teilperiode durchzuführen ist, ist die Verwurzelung von einer Millidn Familien, einer Million wirtschaftlicher Einheiten, im Boden der alten Heimat. Nichts ist leichter, als diese riesenhafte Forderung auszusprechen, aber nichts ist schwerer, als sie zu verwirklichen. Dennoch liegt das nicht jenseits der Grenzen der Fähigkeit eines Volkes, das vom Unter-

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