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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 74

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 74 (sequence 77)
Language
German, English, Hebrew
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…/3476254-3476292--9118-3485269
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74 2. Kongreß-Sitzung: Deriebt des Kongreßgeriebfes. es notwendig sei, sich in unsere Reihen zu stellen. Sicherlich hat auch der Versuch, von dem ich schon gesprochen habe, das Größte, was Theodor Herzl geschaffen hat, die Einheit unserer Organisation zu zerstören, sehr viele aufgerüttelt und veranlaßt, unsere Reihen zu schließen. Garn su le-towah! So standen wir vor einer elementaren Aufgabe. Jetzt, da wirklich ein einheitlicher Wille auf dem Kongreß herrscht, ist die Zeit gekommen, unsere Verfassung zu stabilisieren, damit diejenigen, welche neu in unsere Reihen kommen, oder jene, welche den Weg zu uns wieder zurückfinden — denn es handelt sich wohl kaum um Desertion, sondern nur um Entfernung vom Truppenteil (Heiterkeit) — eine so feste Organisation finden, daß jeder künftige Versuch, die Organisation zu untergraben, ein für allemal unterbunden werde. (Dr. Weizmann erscheint im Saale und wird mit starkem Applaus begrüßt.) Bei dem unerwarteten Eintritt neuer Massen nach Palästina zeigt es sich sehr oft, daß ein Wort Herzls in sein Gegenteil verkehrt wird, daß jetzt die Rückkehr zum Judenland vor der Rückkehr zum Judentum erfolgt. 'Hier haben wir die Gelegenheit, dafür zu sorgen, daß die zionistische Qualität derjenigen, die hier einziehen, geprüft werde. Leider haben wir auch diesmal feststellen müssen, daß dies noch nicht commnunis opinio ist. Wir haben Länder und Behörden gefunden, die noch heute die Meinung vertreten, daß man einfach durch Zahlung des Schekels das Recht erwerben kann, auf die Entwicklung des jüdischen Volkes bestimmend einzuwirken. Der Schekel bedeutet aber etwas ganz anderes. Er bedeutet die symbolische Anerkennung des Basler Programms, die Erklärung, daß man gemeinsam mit dem ganzen jüdischen Volk an der Errichtung der jüdischen Heimstätte in Palästina arbeiten will. Wir haben nicht die Möglichkeit, dies bei jedem Sehekelzahler nachzuprüfen, aber zum mindesten sollten wir das bei all denjenigen tun, die zum Kongreß entsendet werden. Hier hat ein weiser Beschluß des vorigen Kongresses in der Richtung vorgearbeitet, daß ein jeder Delegierter den Nachweis erbringen muß, dai> er wenigstens seiner Pflicht gegenüber dem Keren Hajessod Genüge getan hat, Und zwar hat der Delegierte den Nachweis zu führen, nicht etwa ist ihm das Gegenteil zu beweisen. Die Bestimmung hat sich noch nicht genug herumgesprochen, und wir hatten infolgedessen viele Schwierigkeiten. Sie wissen aus früheren Erfahrungen, daß wir bei Neueinführungen das erste Mal nachsichtig sind, um dann mit um so größerer Strenge vorzugehen. Ich wc.rne Sie und bitte darauf zu achten, daß das nächste Mal bei jeder Kandidatenliste für jeden Kandidaten die Bescheinigung der erfüllten Keren-Hajessod-Pf licht beigebracht wird; denn wir werden auch von den Kandidaten, die in der Wahl nicht durchdringen, diese Bescheinigung verlangen, und der Bestand der ganzen Liste kann durch eine solche Nachlässigkeit gefährdet werden. Wir haben weiter Klage darüber zu führen, daß viele Fristen noch nicht richtig eingehalten werden. Wir werden den Kongreß bitten, das Aktionskomitee zu ermächtigen, gewisse Sanktionen zu schaffen, eine Art „Kongreßgerichts-Strafrecht" einzuführen, damit wir in der Lage

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