Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 76)
- Language
- German, English, Hebrew
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Gronemann 73 BERICHT DES KONGRESSGERICHTES ÜBER DIE PRÜFUNG DER DELEGIERTEN WAHLEN. S. GRONEMANN (Porsitzender des Kongreßgerichtes — spricht deutsch): Der Kongreß hat vor dem Eingang zu dem Gelobten Lande des Kongresses im Kongreßgericht eine Einwanderungskonimission eingesetzt, welche die Einwanderungszertifikate zu prüfen hat. Als ihre eigentlichen Schrankenwärter und Douaniers haben wir die Legitimationen geprüft und versucht, jede Konterbande fernzuhalten und jedem Schmuggel zu steuern. Das Kongreßgericht bestand außer mir aus den Herren Dr. Ringel, Dr. Ruf eisen, Dr. Silber schein, Dr. Spann und Samuel Ussischkin und war unterstützt von der Kongreßanwaltschaft Dr. Barth und Dr. Eckstein sowie vor allem von Dr. Leo Lauterbach, dessen gewaltige Arbeit uns erst die Unterlagen verschafft hat, die für unsere Entscheidungen notwendig waren (Lebhafter Beifall). Als dieser Kongreß einberufen wurde, machte ich mir auf ein einigermaßen geruhsames Leben der Kongreßrichter Hoffnungen. Sie wissen, daß die Leitung einer im Laufe der Jahre stark gewordenen Partei die Parole ausgegeben hatte, dem Kongreß fernzubleiben. So mußten wir damit rechnen, daß die Zahl der Delegierten und damit unsere Arbeit sich ganz bedeutend vermindern würde und nicht nur quantitativ; jene Partei hat ja das Verdienst, in ganz bedeutender Weise die Entwicklung der kongreßzionistischen Rechtsprechung gefördert zu haben, da sie uns oft Gelegenheit gegeben hat, uns mit schwierigen juristischen Problemen zu befassen. Diese Hoffnung ist vergebens gewesen. Die Zahl der Schekelzahler hat sich nicht verringert, sondern vergrößert. Gegenüber 843.607 Schekelzahlern in der vorigen Periode beträgt die Zahl diesmal 1,216.640 (Lebhafter Beifall). Dies hat nicht nur quantitativ unsere Arbeit vergrößert, sondern uns auch vor neue Probleme gestellt. Da man nicht annehmen kann, daß die Zionistische Organisation zu jenen primitiven Lebewesen gehört, die sich durch Teilung vermehren, hielten wir es für unsere Pflicht, diese Zahlen streng zu prüfen. Wir haben zum ersten Mal durch einen Beauftragten aus unserer Mitte die Bücher und Unterlagen der Exekutive prüfen lassen, und wir haben festgestellt, daß diese Zahlen nicht nur richtig sind, sondern, daß auch alle Schekel, welche nach dem Stichtag zur Verrechnung gekommen sind, nicht eingerechnet sind. Ich möchte gleich hier bemerken, daß wir, die wir Jahr für Jahr mehr gerade in diesem Punkte mit Nachdruck auf die Einhaltung unserer gesetzlichen Bestimmungen drängen, darauf geachtet haben, daß nicht etwa später abgerechnete Schekalim verwertet werden dürfen. Wir haben aus diesem Grunde zwei Mandate in einem Lande streichen müssen. So läßt sich denn das Phänomen des Wachstums der Zionistischen Organisation nur dadurch erklären, daß das jüdische Volk in seiner Majorität endlich die Bedeutung der Zionistischen Organisation erfaßt hat und daß auch die Sympathiker und Mitläufer gesehen haben, daß