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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 69

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 69 (sequence 72)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9113-3485264
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Sokolow 69 dings jedoch ist auch dort eine ganze Reihe von Vereinen, meistens 1 Jugend-Vereinen entstanden, die den Antisemitismus in den verschiej densten Nuancen seiner Demagogie und Verleumdungskunst vertreten. ] Sie schüren den Judenhaß aufs eifrigste. Sie machten auch die berüchj tigte Fälschung der „Protokolle der Aeltesten von Zion" zu ihrem ] Haupt-Textbuch, was zu einem großen Prozeß am Obersten Gerichts- \ hof in Grahamstown führte und der noch vor dem Berner Prozeß zum j selben Beschluß kam, daß die ganzen Protokolle Lug und Trug sind i tund daß ihre Verbreiter damit ein Verbrechen begingen. Sie sind auch \ sehr streng bestraft worden. Das hilft aber nichts. Sie bestehen weiter \ auf „Protokollen", Blutmärchen und falschen Zitaten, weil das ihr Geschäft ist. Es ist zweifellos ein Importgeschäft. Die begeisterten Judenfeinde schmücken sich mit dem Hakenkreuz und haben auch ''\ kleine Pogrome versucht. Von der Regierung in Schranken gehalten, versuchen sie, der Sache den Anstrich einer systematischen Agitation i zu geben und, nach berühmten Mustern, als Selbstschutz darzustellen, Selbstschutz gegen „die jüdische finanzielle Hochflut44 und wie alle ] diese Phantasiegebilde heißen. Gemeint sind die unglücklichen jüdischen Flüchtlinge aus Deutschland. Wer dort diese paar Dutzend j Aerzte, Musiker, Kaufleute gesehen hat und wer weiß, welch' peinliche Zurückhaltung sich diese Leute auferlegen, um nicht als „lästige Ausländer" ihr Asylrecht zu verlieren, wird den Gedanken eines j Schutzes gegen diese armen, anspruchslosen Menschen grotesk finden. Aber das ist eben der Charakter, das muß der Charakter einer Bewegung sein, deren Zweck es ist, um jeden Preis, ohne Rücksicht auf j Moral, Logik, Anstand, Wahrheit und Gerechtigkeit eine ganze Rasse \ zu beschimpfen und zu bekämpfen. Es liegt ein Stück Ironie darin, daß auf dem schwarzen Kontinent, wo die Weißen überhaupt eine Mino-! rität sind und straff zusammenhalten sollten, um ihr zivilisatorisches Werk zu schützen, Versuche gemacht werden, die Rassen gegeneinander; aufzuhetzen. Da wäre schon ein Hottentotte oder ein Kaffer mehr be- \ rechtigt, als Anti-Arier aufzutreten. Glücklicherweise sind letztere noch nicht so „zivilisiert". j SCHLUSSFOLGERUNGEN. Die Tragödie gipfelt in der Frage: W^as soll aus unseren unglücklichen Briulern werden? Was soll aus denen werden, die aus ihrer! Heimat verdrängt, d. h. durch die in ihr gegen sie geschaffenen Verhältnisse zu ihrem Verlassen gezwungen, zum Wanderstab greifen \ müssen, um eine Stätte ausfindig zu machen, wo es ihnen vergönnt 1 wird, durch redlichen Fleiß eine gesicherte, bescheidene Existenz zu; gründen? Wo haben sie eine solche zu suchen?; Wir Zionisten tun unser Teil durch Erez Israel —, aber die Frage; als Ganzes und für die unmittelbare Zukunft ist ungelöst. Sie kann j und wird nie anders als durch den Zionismus gelöst werden, denn die i Flügel der gewöhnlichen jüdischen Philanthropie ermatten und sinken \ schnell nieder. Auch das Feuerwerk noch so genialer Improvisationen nach anderen Richtungen genügt nicht. Nur die ungeheure Spannkraft

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