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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 67

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 67 (sequence 70)
Language
German, English, Hebrew
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Sokoloiv 67 diese Hypothesen. Nachher hat derselbe Professor seine Mutmaßungen j selbst widerlegt und in seinen letzten Schriften in die Rumpelkammer ] geworfen. Und das soll jetzt Europa belehren! Difficile est satvram ] non scribere. " \ DIE JUDENFRAGE IN DEN ANDEREN LÄNDERN. j In Oesterreich ist die Judenfrage mit der politischen Lage so eng verbunden, daß man gar keine besonderen Horoskope für die Lösung j stellen kann, ohne für die ganze Stellung Oesterreichs irgendwelche j klaren Perspektiven zu haben. In der großen, ehemals blühenden jüj dischen Gemeinde Wiens herrscht bittere Not; die kleinen Gemeinden I auf dem Lande sind schwer bedrängt. j Die Judenschaft in Ungarn, früher wirtschaftlich kräftig und polij tisch einflußreich, ist numerisch stark reduziert und von ihrer frü- 1 heren Position zurückgedrängt. Man ist froh, daß die aggressive Form j des Antisemitismus schwächer geworden ist. j Die in Europa nach Polen zahlenmäßig größte Judenschaft lebt in Rumänien. Alt-Rumänien ist der klassische Boden der Judenfragc, die j jetzt auch Groß-Rumänien ergreift. Der Antisemitismus hört nicht auf, j die Volksmassen und besonders die Jugend gegen die Juden aufzureizen. Auch ist die wirtschaftliche Lage schwerer geworden. Die ökoj nomischen Verhältnisse sind teilweise auch durch Störungen antisemitischer Art in ihrer Entwicklung gehemmt. Der Notstand ist groß - j tand Erez Israel ist das Land der Sehnsucht um so mehr, als die Juden Rumäniens in Erez Israel seit langer Zeit einen großen und geachteten Platz einnehmen. In der XLürkei ist die Judenheit stark zurückgegangen und verarmt. Sie erlebte — zum ersten Mal in ihrer Geschichte! — Pogrome und Auswanderungs-Tragödien in Thrazien. Ein extremistischer türkischer Nationalismus richtet sich gegen die harmloseste jüdische Kulturarbeit, j wie z. B. gegen die Bnei Brith und ähnliche Organisationen. j In Algier hatte der Antisemitismus schon lange eine Brutstätte wilj dester Agitation. Im vorigen Jahre feierte er seine Orgien in der Gestalt furchtbarer, blutiger Pogrome. ] In mehreren orientalischen Ländern, z. B. Afghanistan, Persien, Ihtj chara hat sich die Lage verschlimmert. Wenn man hört, welche bar- ] barischen Maßregeln in Afghanistan gegen das Häuflein Juden, die dort jj leben, ins Werk gesetzt werden, so fragt man sich, ob es noch einen j| Völkerbund gibt. Solche Verfolgungen schänden das Ansehen des Völjj kerbundes und enttäuschen die jüdische öffentliche Meinung, die für j den Völkerbund eine große Verehrung hat und ihm unbegrenztes Ver- ] trauen entgegenbringt. Mitglieder des Völkerbundes dürfen die Ver- ] tragspflichten des Konvents nicht mißachten und die obersten Prinj zipien der Humanität nicht verletzen. j Die Juden in Persien, die dort seit undenkbaren Zeiten gelebt haben, Ij befinden sich in einer überaus gedrückten Stellung. Es sind fleißige, y rührige, arbeitsame Menschen, die niemandem etwas zuleide tun. Trotzdem sind sie Schikanen, rohen Willkürakten und einer beschimpfenden piij st .

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