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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 63

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 63 (sequence 66)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9107-3485258
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Sokoloiv ' DER INTEGRALE ZIONISMUS. All diese Widersprüche und Inkonsequenzen sind nur der Ausdruck für die fundamentale Problematik der ganzen Situation: eine sofortige Lösung der Judenfrage Polens aus einer Teilaktion zionistischer Auswanderung zu extrahieren, die nicht nur von außen her nach ganz anderen Gesichtspunkten, sondern auch von innen her, von jüdischer Seite, einen ganz anderen Ausgangspunkt und eine ganz andere Zielsetzung haben muß. Wohlgemerkt, wir wollen damit die Tatsache nicht übersehen, daß der Druck jüdischer Arbeitslosigkeit durch die Auswanderung erleichtert wird, und daß dies mitunter auch ein. großes philanthropisches Werk darstellt. Wir wollen nur hervorheben, daß erstens die Ali]ab noch immer viel zu klein ist, um auf der ganzen Linie eine merkliche und fühlbare Entlastung hervorzurufen. Dazu müßte sie anhaltend im Verhältnis zur zunehmenden Notlage wachsen. Und zweitens muß in einem tiefer verstandenen Interesse des so wichtigen jüdisch-polnischen Anteils am Nationalheim das philanthropische Moment, wenn nicht ganz ausgeschaltet, so doch wenigstens in den Hintergrund gestellt werden. Trotz dieser Sachlage ist die Betonung des Zertifikatbedürfnisses nicht ungerechtfertigt. Denn dieses tritt tatsächlich so deutlich hervor, daß die positive oder negative Behandlung dieses Gegenstandes für die Betrachtung der Lage besonders wichtig ist und daß wir an ihm die klarste Dokumentierung der realen jüdischen Kräfte besitzen, die nach Betätigung drängen. Und nun zur „Judenfrage": Die Gleichberechtigung steht in Polen in der Theorie verfassungsmäßig fest, zugleich aber wächst die Not. Vom Staatsgesetz wird der Jude wohl geschützt, von gewissen Klassen und großen Massen aber ohne jeden Grund, bloß weil es sich um Juden handelt, angefeindet. Im Parteileben, in der Pressepolemik, besonders bei der Opposition, ist der Antisemitismus sehr rührig. Die Lorbeeren der deutschen Judehhetze scheinen ihn nicht schlafen zu lassen. Steuern und Munizipalpflichten soll der Jude tragen, den Anspruch aufs Dasein hingegen soll er nicht erheben, weil das ein Beweis sei, daß er „die Welt beherrschen wolle". Ihm gegenüber soll das .Recht bestenfalls nur im objektiven Sinne gelten, der staatliche Zwang zur Leistung aller Bürgerpflichten bestehen, nicht aber das subjektive Recht, die Freiheit der Selbsterhaltung. Ist es möglich und nützlich, all diese Anklagen zii widerlegen? Moralisch wird dabei gar nichts gewonnen. Durch Replik geben wir unseren Gegnern die Gelegenheit, zu duplizieren und anderen Uebelwollenden zu sekundieren. Und mehr, als sie gehofft, nützt ihnen unsere Polemik; sie werden zu Helden des Tages, zu Rettern des Vaterlandes gestempelt. Und wenn es soliden Leuten an Bewunderern und gutgesinnten Menschen fehlt, so fehlt es ihnen nie an Nachahmern und Nachäffern. Und jene Schicht der Masse oder einer politisch unreifen Jugend, welche stets bereit ist, jeder aggresiven Denkweise mit der Faust Nachdruck zu geben, begrüßt sie mit jenem Gejohle, das wir so oft bei Ausbrüchen des

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