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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 62

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 62 (sequence 65)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9106-3485257
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62 /. Kongreß-Sitzung: Referat über die Lage der Juden, ein Markt für Zertifikate, sondern auch ein großes Arbeitsgebiet für natiönale Kultur, für den eigentlichen Zionismus sein. Eine Verbesserung der Hachscharah z. B. — sie ist wohl gut, aber sie könnte noch viel besser sein! — wäre ein wirksameres Mittel für eine gedeihliche Entwicklung unseres Nationalheimes als die Schaffung immer neuer zionistischer Gruppierungen, über deren Nuancen man sich kaum orientieren kann. Oder man sollte von Polen aus eine große Propaganda entfalten, daß die jungen Einwanderer in Erez Israel, trotz aller Schwierigkeiten, nicht in die Enge der Städte, sondern aufs Land gehen und auf dem Lande bleiben. Oder man sollte die Bemühungen für unsere zionistischen Fonds verzehnfachen, damit wir in der Lage sind, mehr Boden zu erwerben und bessere Pioniere auszubilden. DIE WIRKLICHEN AUFGABEN. All das erfordert lange Arbeit, sogar die Diskussion über diese Fragen erfordert viel Sachkenntnis. Hmgegen ist es leicht, angenehm und an alte Gewohnheiten anknüpfend, über unsere Beziehungen zur hohen Obrigkeit zu polemisieren. Das ist jedoch die Linie des geringsten Widerstandes. Wir meinen ja nicht die Obrigkeit, sondern die Polemik über sie. Die Obrigkeit selbst ist ein eminenter Faktor in der Entwicklung des jüdischen Nationalheimes, das unterliegt keinem Zweifel. Sie kann helfen und kann auch hindern. Manchmal mag es gelingen, von ihr dies oder jenes zu erwirken, manchmal auch nicht. Mit einer hohen Obrigkeit Verhandlungen zu führen und ihr Entgegenkommen zu gewinnen, das ist selbst in England ein schweres Kapitel. In Polen kann man sicher die spezifischen Bedingungen und Eigentümlichkeiten einer englischen Bürokratie gar nicht verstehen. Sie sind, aus der Ferne betrachtet, oftmals ein Buch mit sieben Siegeln. Auch im günstigsten Falle ist eine Obrigkeit eine äußerst langsam arbeitende Maschine. Dabei wird die Hauptsache übersehen, nämlich, daß es außerdem noch eine Menge anderer Dinge gibt, die nur von uns und nicht von der Obrigkeit abhängig sind, die wir allein gut oder schlecht machen können. Die maßgebenden äußeren Faktoren liegen bticht in unserer Hand, oftmals sind sie eine „force majeure", an der alle möglichen Argumente, Beeinflussungen, Verwahrungen, Rechtsvorbehalte zerschellen. Für uns selbst aber sollten wir doch leeine „force majeure" sein! Es wird von uns verlangt, daß wir die Mandatsregierung, den Völkerbund, ja die Araber selbst „überzeugen**, und man teilt sich deswegen, hauptsächlich deswegen, in Parteien. Dabei bedenkt man nicht, daß es doch leichter sein dürfte, z. B. den „Eth Liwnoth" und den ,,A1-Hamischmar" zu überzeugen, daß sie, lauter gute und meist alte Zionisten, sich zu einer Partei zusammenschließen müßten. Nicht einmal das können die Meister der Ueberzeugungskunst. Weshalb? Weil Ueberzeugungen gegen Ueberzeugungen, Vorurteile gegen Vorurteile stehen. Beginnen wir doch das Ueberzeugen bei uns selbst!

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