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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 61

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 61 (sequence 64)
Language
German, English, Hebrew
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…/3476254-3476292--9105-3485256
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Sokolow 61 Aber schon was bis heute geschaffen wurde, bedeutet nicht nur den Aufbau Erez Israels, sondern auch Wiederaufbau und neues Leben; für einen Teil der polnischen Judenheit. Je erfolgreicher dieser Teil j im Ackerbau, im Gewerbe und in der Industrie in Erez Israel sein,; je tiefere Wurzeln er dort schlagen wird, desto besser und reifer ] ivverden die Früchte sein, die dieser Zweig tragen wird, je reicher die; Saat, desto reicher die Ernte. Es liegt aber nicht im wohlverstandenen 5 Interesse der polnischen Judenheit, daß man einfach die Massen nach Erez Israel abwälzt. Die Alijah ist weder eine Abwälzung, noch eine 1 Auswanderung von Individuen im landläufigen Sinne dieses Wortes — ] wie man z. B. vor 30 bis 40 Jahren nach Amerika zu emigrieren pflegte —, sondern ein nationales Kulturwerk, bei dem Qualität mehr als Quantität bedeutet.! Das Ideal, das unsere Zionistische Organisation als Bannerträgerin j und Vorkämpferin des jüdischen Volkes vertritt, ist, eine Heimstätte in Erez Israel zu errichten, in der des jüdischen Volkes höchste Ziele , zu freier Entfaltung kommen sollen. Das ist das Ideal, das die Besten , unter uns ergriffen hat, das immer mehr ihre Seele erfüllt, sie anspornt und vorwärts treibt zu kämpfen, bis der Sieg errungen ist. Im \ Tumult des Tages, in der verzweifelten Not der Massen, in der Hast \ sensationeller Eindrücke wird dieser Zionismus in unbewußter Weise vulgarisiert, indem er zum Niveau einer gewöhnlichen, individuellen; Emigration herabgewürdigt und von einer interessierten Menge in fol- 1 gender Weise betrachtet wird: Ist eine große Menge von Zertifikaten j vorhanden — dann darf Jubel herrschen, andernfalls — Entrüstung.; Dieser Gefahr der Verflachung müssen wir entgegentreten. Man muß auch, ob man will oder nicht, die Widerstände in Erez \ Israel mit in Kauf nehmen. Nicht wir haben sie geschaffen, und nicht j 'in unserer Macht liegt es, sie einfach wegzublasen. Das sind Tat- \ Sachen, so wie wir Tatsache sind. Man muß sich gewisse Abstriche auf dem Wunschzettel gefallen lassen. Es ist auch naiv, zu glauben, iman könne hier, wie etwa bei einer mittelalterlichen Disputation, alle maßgebenden Faktoren überzeugen. Gewiß ist die Aufklärungsarbeit \ wichtig, sie wird auch immer stärker gefördert, aber der Glaube an \ die unverzügliche Kraft ihrer Wirkung ist ein kritikloser Wunder- I glaube. Hier handelt es sich nicht um einen doktrinären Streit unter Akademikern, sondern um einen politisch-wirtschaftlichen und territo- \ iialen Interessenkampf, in dem nur die Ueberlegcnheit der kulturellen Momente, die größere Tüchtigkeit, der stärkere Fleiß, das stärkere Können auf allen Gebieten und die festere Einigkeit entscheidend sind. , Wichtig ist ein solider Unterbau nationalen Bewußtseins, ein zionistisches Leben von Gestaltungsfähigkeit und organischer Schöpfungskraft. Wichtig ist in diesem Zusammenhange der Kulturzionismus und ein hebräisches, kenntnisreiches, nationales Judentum. Denn nur wo 1 ein tiefes Judentum ist, dort gedeiht der wirkliche Zionismus. Ein fauler Baum kann keine guten Früchte tragen. Das Judentum Polens soll in dieser Beziehung wieder vorbildlich werden. Es soll nicht nur :-

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