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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1937-01-01 · 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935 · p. Seite 59

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
Date
1937-01-01
Page
Seite 59 (sequence 62)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476292--9103-3485254
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Sokolow 59 Freunden zu helfen, so ist es national erhebend, wahrzunehmen, wie dieser Aermste sich den Bissen vom Munde abspart, um seinen Beitrag für unsere zionistischen Fonds zu entrichten. Hiefür wird er doppelt entschädigt: moralisch-individuell durch das Bewußtsein nationaler Pflichterfüllung — was für ihn eine Weltanschauung voll lebensspendenden Inhalts und eine Verjüngung des Volkslebens bedeutet — aber auch materiell kollektivistisch, weil er hierdurch die Aussichten auf eine Auswanderung nach Erez Israel vermehrt und fördert. Ob er für sich solche Hoffnung nährt, oder ob diese sich auf seine Verwandten •und Freunde bezieht, ist belanglos. Iis ist die einzige Aussicht und zugleich die einzige Entbehrung, an der sich die Kraft des Lebens hebt. Man hört in Polen von nichts anderem als von Zertifikaten; um diesen Pol dreht sich alles. Und noch eins. Es kommt auch Geld aus Erez Israel. Statt der früheren amerikanischen Dollars kommen heute englische Pfunde in ganz großen Beträgen von den in Erez Israel Arbeitenden an die alten, hungerrnden Eltern und Familienangehörigen, wirklich im Schweiße des Angesichts erarbeitetes Geld der Pioniere des Ackerbaues im Emek und dergleichen. Es kommt in kleinen Schecks an die Familien in den Hunderten von kleinen Städtchen, um die darbenden Massen am Leben zu erhalten. Zehntausende jüdischer Familien in Polen leben heute schon von Erez Israel. Dieser Prozeß macht immer weitere Fortschritte. Jede Erleichterung der Alijah bedeutet eine Wahrscheinlichkeit der weiteren Entwicklung dieser positiven Hilfsquelle und, umgekehrt, jede Erschwerung der Formalitäten bedeutet für die hilfsbedürftigen Massen Polens eine Kalamität. Zionismus in Polen ist Glicht nur eilte große Sehnsucht, ein großes Heimweh nach einer besseren, schöneren Welt — das ist er auch —, sondern er ist in letzter Zeit außerdem noch — dank dem Gelde aus Erez Israel — zum letzten Brocken geworden, um das nackte Leben zu erhalten. Wir müssen mit dieser elementaren Tatsache rechnen. DAS PROBLEM DER ALIJAH. In dem ungeheuren Erleben dieser wirtschaftlichen Umwälzung ist ein neues Geschlecht aufgewachsen, in dem die Erkenntnis des einzigen Lebenszieles in JErez Israel als positive Ueberzeugung, sowohl durch eigenen und freien Willensentschluß, wie auch durch die ganze Lage in Polen mit einer Macht zum Durchbruch gekommen ist, die keine äußere Macht brechen könnte, ohne diese begeisterte Jugend zur Verzweiflung zu bringen oder sie in die Arme extremistischer antizionistischer Elemente zu treiben. Es liegt ein gutes Stück unbeabsichtigter Komik darin, daß man uns in jenen Kreisen beschuldigt, nicht oft genug und nicht mit genügend prahlerischer Großtuerei die Beschleunigung des Aufbauprozesses in Erez Israel und die sofortige Beseitigung aller Hindernisse, womöglich durch häufige Kundgebungen, zustande zu bringen. Der Argwohn ist geneigt, hierin eine Liebedienerei nach oben, eine Art Byzantinismus zu erblicken. Dieser Argwohn hat ein abergläubisches Vertrauen zu der Zweckmäßigkeit und der unvermeidlichen Wirksamkeit des Lärmschlagens. Die wohlmeinen-

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