Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 19 (1937) Luzern, 20. August bis 6. September 1935
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 48)
- Language
- German, English, Hebrew
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Walt her, Shone, MacDonald 45 arbeit bester Erfolg und Ihrer Kongreßarbeit reiche Frucht beschieden sein {Lebhafter Beifall). MR. SHONE (Charge d'Affaires der Königlich Britischen Gesandtschuft in Bern — spricht englisch): In Abwesenheit des Ministers Sr. Majestät ist es für mich eine Ehre und ein Vergnügen, dieser Eröffnungssitzung des XIX. Kongresses als der Schweizer Vertreter von Sr. Majestät Regierung des Vereinigten Königreiches beizuwohnen. In dieser Eigenschaft will ich mich mit dem Gruß identifizieren, den Sie von Herrn Regierungsrat Walther in seiner bewegten Ansprache gehört haben. Ich bin sicher, daß Sie sich freuen, wieder in diesem Lande zusammenzukommen, das Sie und ich aus Erfahrung als das Heim der höflichen Gastfreundschaft kennen. Und ich kann wohl, ohne der Voreingenommenheit beschuldigt zu werden, sagen, daß selbst in diesem schönen und gastfreundschaftlichen Lande Sie keinen schöneren und gastfreundlicheren Ort für Ihren Kongreß hätten wählen können als Luzern. Als Vertreter der Macht, die das Mandat in Palästina inne hat, bin ich ermächtigt worden, Ihnen die folgende persönliche Botschaft von Sr. Majestät Staatssekretär für die Kolonien zu entbieten: „Es gereicht mir zu großem Vergnügen, eine Botschaft zu senden, die meine guten Wünsche für den XIX. Zionistenkongreß ausdrückt. Nach dem Mandat für Palästina hat Sr. Majestät Regierung des Vereinigten Königreiches zwei gleiche und vereinbare Pflichten: einer- 6eits in Palästina den Aufbau einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk zu erleichtern und anderseits die Rechte und die Stellung anderer Teile der Bevölkerung Palästinas sicherzustellen. Ich möchte diese Gelegenheit benutzen, um den Kongreß wieder der festen Absicht Sr. Majestät Regierung zu versichern, beide Pflichten zu erfüllen. Die Aufgabe verlangt einen Geist wirklicher Zusammenarbeit zwischen allen Teilen des Volkes in Palästina und mit Sr. Majej stät Regierung, die zu allen Zeiten bereit ist, für das Wohl der ganzen Gemeinschaft zu arbeiten." Ich wünsche Ihnen allen Erfolg in Ihren Beratungen und ich hoffe, daß der ruhige und. freundliche Einfluß Ihrer Umgebung Ihnen Hilfe und Inspiration in Ihrer Aufgabe bringen wird (Lebhafter Beifall). MR. JAMES G. MAC DONALD (High Commissioner des Völkerbundes für die Fragen der deutschen Flüchtlinge — spricht englisch): Ich möchte in erster Linie namens des Rates der Hohen Kommission für die Flüchtlinge aus Deutschland und in meinem eigenen Namen unserer großen Genugtuung darüber Ausdruck geben, was die Zionistische Organisation und die anderen Körperschaften, die in der Jewish Agencv vereinigt sind, für die Juden aus Deutschland geleistet haben, die nach Palästina gegangen sind. Ich habe schon manches Mal gesagt, daß unser tägliches Gebet nach dem Essen lauten sollte: „Herr, Gott, wir danken Dir für Palästina" (Stürmischer, sich immer wiederholender Beifall). Ohne dieses Heimatland wären die Aussichten für die Juden aus Deutschland während der letzten zweiundeinhalb Jahre noch weit düsterer gewesen.