Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 622 (sequence 624)
- Language
- German, English, Hebrew
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622 4- Councilsitzung: Reorganisation der Agency rang zu erörtern. Diese Tagung des Councils würde nicht diesen ungünstigen Eindruck machen, wenn sie nicht unter abnormalen Umständen stattfände. Zuerst wünschten wir überhaupt keine Tagung abzuhalten, da wir besorgten, die Nichtzionisten würden nicht kommen; in Wirklichkeit haben wir jetzt Nichtzionisten hier und die Zionisten fehlen, weil sie im Kongreßsaal sitzen. Als die erweiterte Jewish Agency gegründet wurde, war die Absicht dabei, jenen Teil des jüdischen Volkes für die Palästinaarbeit zu gewinnen und zu organisieren, der nicht der zionistischen Partei angehört. Die Zionisten taten etwas, was gewiß der Beachtung wert ist: sie traten freiwillig die Hälfte ihres Einflusses an die Nichtzionisten ab. Ich hoffe, wenn die Jewish Agency bestehen bleibt, wird der Name Nichtzionisten verschwinden. Die Aufgabe war, eine Einigung von Kräften für die Förderung Palästinas zu schaffen, und ich glaube, daß die Exekutive der Agency die nichtzionistische Seite der Agency hätte organisieren sollen. Leider haben die jetzigen nichtzionistischen Mitglieder ihre Seite der Arbeit ganz vernachlässigt. Sie hätten wirklich mitarbeiten, mitorganisieren und die Probleme mitdurchdenken sollen. Während die Zionistische Organisation eine stets wachsende Zahl von Mitgliedern hat — die Delegierten zum Kongreß sind von 550.000 Schekelzahlern gewählt worden — hat sich die Idee nicht N erfüllt, die wir bei der Zulassung der Nichtzionisten in die Agency hatten, daß sie nämlich ihren Teil der jüdischen Welt für die Palästinaarbeit organisieren würden. Es ist bezeichnend für die Lage, daß die Zionisten diese Tagung sowohl ideell als auch materiell vorbereiten, daß sie das Programm aufstellen und die Referenten liefern mußten. Es ist sehr bedauerlich, daß die Nichtzionisten so wenig getan haben. Es ist nicht richtig, daß die Nichtzionisten nur dazu da sind, Geld zu geben; es soll ein wirklicher Council da sein, ein Rat, eine Kooperation zwischen den verschiedenen Teilen der Judenheit. Die Nichtzionisten müssen als Vertreter der großen jüdischen Gemeinschaften in der Welt angesehen werden, von denen man aktives Interesse und Verantwortlichkeit_verlangen muß. In diesem großen und ernsten Augenblick ist eine Körperschaft notwendig, die alle Juden vereinigt. Wenn wir heute von dieser Tagung weggehen, müssen wir uns bemühen, die Tendenzen zu verwirklichen, die die Gründung der Agency inspiriert halben, und das ganze Leben des jüdischen Volkes mit dem Palästinagedanken zu erfüllen. Dr. WERNER SENATOR (Mitgl. d. Ex. — spricht deutsch): Ich habe nach den Worten Rothenbergs sehr wenig zu bemerken. Ich will nur in der Frage der Belbbung der Jewish Agency, die die größte und wichtigste Frage ist, ein paar Worte an meine nichtzionistischen und zionistischen Freunde richten. Ich habe vor dreiviertel Jahren im Auftrage der Jewish Agency eine Inspektion der Palästinaämter in der Diaspora vorgenommen und dabei eine ganze Reihe von Ländern besucht und mit einer Anzahl von Persönlichkeiten über die Frage der Beteiligung der nichtzionistischen Juden an der Arbeit gesprochen. Ich muß sagen, daß ich auf diese Frage überall eine positive Antwort ge-