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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 620

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 620 (sequence 622)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--9029-3485179
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620 ^. Councilsitzung: Reorganisation der Agency mann vorliegt und ich würde Dr. Goldmann bitten, seine Stellung klarer darzulegen. Dr. NAHUM GOLDMANN: Ich bin der Ansicht, daß es in der gegenwärtigen Situation nicht ganz berechtigt wäre, wenn sowohl der Vorsitzende des Administrativkomitees als auch der Vorsitzende des Council Nichtzionisten wären. Die Vorsitzenden haben so wichtige Stellungen, daß ich nicht das Recht habe, und nicht die Verantwortung dafür gegenüber den zionistischen Gremien übernehmen kann, daß ohne weiteres hier beschlossen wird, daß beide Vorsitzenden a priori Nichtzionisten sind. Ich bitte aber, die Sache nicht ganz aufs Persönliche abzustellen. Ich persönlich würde sowohl Mr. Laski als auch Mr. d'Avigdor Goldsmid in führenden Posten sehr begrüßen. VORS. PROF. SPEYER: Die Wahl des Vorsitzenden des Administrativkomitees steht eigentlich diesem Komitee selbst zu. Ich dachte, der Council könnte es in freundschaftlicher Weise erledigen, da aber hier keine Einigung erzielt werden kann, bleibt uns nur der Ausweg, die Lösung dieser Frage dem Administrativkomitee zu überlassen. Ich stelle fest, daß Sie mit diesem Vorgang einverstanden sind. Bevor wir aber an die Wahl der Exekutive schreiten, haben wir noch die Diskussion über Punkt 6 der Tagesordnung, Vorschläge zur Reorganisierung der Jewish Agency, zu eröffnen. Dr. VIKTOR STEIN (Cechoslovakei — spricht deutsch): Wie ein roter Faden zieht sich durch unsere Verhandlungen die Tatsache, daß der Organismus der Jewish Agency nicht funktioniert. Gegenüber Zürich müssen wir einen schweren Rückfall konstatieren. Wenn ich hier erklären will, was meiner Auffassung nach schuld daran ist, so möchte ich vorwegnehmen, daß ich die Kritik der Zionisten für unberechtigt halte. Sie ist einseitig, da man uns vorwirft, daß wir zu wenig Geld aufgebracht haben. Wir sollten aber nicht Geld aufbringen noch Geld geben, sondern gleich den Zionisten Vertreter einer Idee sein und nicht nur des Mammons. Die zionistische Kritik ist unberechtigt, denn die Jewish Agency ist nicht nur eine Sache der Nichtzionisten, und wenn es heute so schlecht um sie bestellt ist, so ist das mit ein Fehler der Zionisten. Von der Freude, die wir alle bei der Gründung der Jewish Agency vor vier Jahren hatten, ist ein immer mehr abnehmendes Vertrauen zu uns geblieben, ein immer mehr abnehmendes Erwarten alles dessen, was die Agency hätte tun sollen. Damals hieß es, es gebe keinen Unterschied zwischen Zionisten und Nichtzionisten. Bald aber hat sich herausgestellt, daß sich nichts geändert hatte. Wir haben ein Parlament ohne Wähler, eine Volksvertretung ohne Volk, und wenn es so weiter geht, werden wir auch bald Vertrauensmänner sein ohne Vertrauen. Die Sache wurde mit großer Beseeltheit, aber mit kleiner Umsicht begonnen. Damals dachte man, daß jeder, der sich nicht ausdrücklich gegen uns bekennt, mit uns sei. Das war eine falsche Voraussetzung, denn abgesehen von den Zionisten und von den Orthodoxen, von denen

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