Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 618

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 618 (sequence 620)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476290--9027-3485177
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

^. Councilsitzung: Reorganisation der Agency NEVILLE LASKI (England — spricht englisch): Bei dieser Frage entsteht eine gewisse Unannehmlichkeit. Vor zwei Tagen wählten Sie eine fünfgliedrige Kommission, darunter den Vorsitzenden, zur Erörterung der Frage der künftigen Exekutive. Prof. Speyer trat aus der Kommission aus, da er den Vorsitz des Councils führen mußte, und Dr. Popper trat an seine Stelle. Wir verhandelten dann mit fünf zionistischen Vertretern. Nach langen Verhandlungen, in welchen jeder Teil genau erfuhr, um was es sich handelte, kamen wir zur Einigung, daß die jetzige Bestimmung des Verhältnisses 50 zu 50 in der Exekutive als unumstößlich anerkannt wird und daß die nichtzionistischen Mitglieder der Agency zwar zustimmten, daß sie nur drei Mitglieder wählen sollten, aber sich ihre Gleichberechtigung in der Exekutive auf Grund des erwähnten Uebereinkommens vorbehielten. Man legte uns einen aus fünf Punkten bestehenden Entwurf vor, die Zionisten fanden aber den Absatz 4 zu lang und einigten sich darauf, daß ein anderer Entwurf vorgelegt werden solle. Dieser neue Entwurf wurde der Kommission heute nachmittags um 2 Uhr 45 übergeben, Dr. Nahum Goldmann sagte mir, er habe Vollmacht, für die zionistischen Mitglieder zu unterzeichnen, und unterschrieb auch den neuen Entwurf. Die fünf nichtzionistischen Mitglieder unterschrieben gleichfalls. Wir dachten, daß auch die anderen vier zionistischen Mitglieder unterzeichnen würden, aber Rabbi Meir Berlin lehnte das ab und wünschte über den einen oder den anderen Punkt noch zu verhandeln. Ich bin daher nicht in der Lage, zu sagen, ob ich die vorgeschlagene Wahl annehmen kann, so lange nicht Dr. Goldmann erklärt, daß seine Unterschrift auch für die übrigen zionistischen Mitglieder gilt. Dr. NAHUM GOLDMANN (Zionist — spricht englisch): In allem, was Herr Laski berichtet hat, hat er vollkommen recht. Nur in einer Sache ist ihm ein Irrtum unterlaufen. Ich habe nie erklärt, daß ich bevollmächtigt bin, im Namen aller meiner zionistischen Kollegen zu unterzeichnen. Ich habe nur gesagt, daß ich persönlich keinen Grund habe, nicht zu unterzeichnen. Man hat mir dann gesagt, daß sicher auch die anderen Herren mir die Vollmacht geben würden, zu unterzeichnen. Ich habe erklärt, daß das möglich sei, daß ich aber keine solche Vollmachten bekommen habe. Rabbi Meir Berlin akzeptiert die Vereinbarung bezüglich der Geltung des Grundsatzes Fifty-fifty, solange die Konstitution besteht, was ja nur selbstverständlich ist. Er akzeptiert auch die Vereinbarung mit den Nichtzionisten, daß sie vorläufig nur drei Herren für die Exekutive bestimmen, daß sie aber später berechtigt sein sollen, weitere Mitglieder zur Zuwahl in die Exekutive dem Administrativkomitee zur Bestätigung zu unterbreiten. Dagegen wurde die Personalfrage in unserer Kommission nicht besprochen. Auch die Frage, ob der Vorsitzende des Administrativkomitees ein Nichtzionist sein müsse, wurde bei uns nicht behandelt. Ich hatte trotzdem für meine Person keine Bedenken, zu unterschreiben. Ich bin zwar ein Gegner der gegenwärtigen Konstitution der Agency, und ich glaube, daß das Fifty-fifty-Prinzip auch prinzipiell wird geän-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.