Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 612 (sequence 614)
- Language
- German, English, Hebrew
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612 ^. Councilsitzung: Generaldebatte Bodenkauf. Und hier will man uns auf einmal, im Laufe eines Monats, zwei Todesstöße versetzen und uns einfach den Grabstein stellen. > Wir alle kennen das bisherige Einw ander ungsgesetz und das Zertifikatunglück. Wir wissen, daß Zehntausende junger Menschen in der ganzen Welt auf die Einwanderung nach Palästina warteten und wir nur Hunderte von Zertifikaten bekamen. Wir kennen auch die unsinnige Forderung des Höchstalters von 35 Jahren, als ob ein 36 jähriger Arbeiter oder Handwerker nicht zur Arbeit taugte. Wir kennen auch das Gesetz, das vom Mittelstand den Besitz eines Kapitals von 1000 Pfund verlangt, eine übertriebene Forderung. Und trotzdem Herr Farbstein mit dem Leiter des Einwanderungsdepartements, Hyamson, alle Fabriken durchging und ihm zeigte, daß kein einziger der Unternehmer solche Summen hatte und daß sie und ihre Familien trotzdem leben und Dutzenden von Arbeitern Arbeit geben, half dies nichts. Jedoch wir hatten ein Gesetz, ein sehr schlechtes Gesetz, aber doch ein Gesetz. Aber jetzt gibt es doch überhaupt kein Gesetz. Der Hauptpunkt des jetzigen Gesetzes ist, daß es kein Gesetz gibt. Der Einwanderer oder Tourist, der ein Visum bekommen hat, der die notwendige Summe besitzt, kann, wenn er dem Einwanderungskommissär nicht gefällt, ohne Angabe von Gründen zurückgeschickt werden. Einfach weil der Kommissär dies so will. Ich glaube, daß wir uns hauptsächlich für den Charakter der Gesetze des Landes in der letzten Zeit interessieren sollten. Unsicherheit in der Einwanderung, Unsicherheit im Bodenkauf! Wird dies alles nicht mit der alleinigen Absicht gemacht, die Einwanderer, insbesondere die des Mittelstandes, abzuschrecken und den Kapitalisten, die ihr Geschäft und Kapital liquidieren müssen, zu zeigen, daß sie keine Sicherheit haben, daß sie nach all dem wieder zurückgeschickt werden können? Wer den Mittelstand kennt, kennt die Schwierigkeiten, die diese Menschen, Familienväter, zu überwinden haben, bis sie sich losreißen und in ein neues Land gehen und einen neuen Erwerb suchen. Dazu kommt noch, daß sie keine Sicherheit haben, nach Zerstörung ihrer alten Position ins Land gelassen zu werden. Sind sie denn Helden, daß man sie zwingt, auch dies auf sich zu nehmen? Wir wissen, daß die meisten Touristen Kandidaten für die Einwanderung sind. Eine Besichtigung des Landes ist die erste Etappe für die Einwanderung. Viele fahren einmal ins Land, kehren zurück, liquidieren und kommen wieder ins Land. Einige besuchen das Land einige Male, bis sie Aussichten einer Fundierung finden, und erst dann beschließen sie, ins Land zu übersiedeln. Es gibt solche, die sich mit einer einmaligen Besichtigung begnügen, aber nicht im Laufe eines oder zweier Monate, wie es ihnen gestattet wurde, sondern im Laufe einiger Monate. Bis jetzt hatten solche Touristen keine Schwierigkeiten, längere Zeit im Lande zu bleiben. Jetzt, nach dem neuen Gesetz, läuft ein solcher Tourist Gefahr, eingesperrt zu werden, Geldstrafen zu zahlen. Zu gleicher Zeit und nach demselben Gesetz dürfen die Einwanderer Transjordaniens ohne Pässe, ohne Visa, ohne Zertifikate ins Land kommen, das heißt: für Araber gibt es überhaupt kein Einw an-