Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 610 (sequence 612)
- Language
- German, English, Hebrew
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610 j. Councilsitzung: Generaldebatte müssen einen eigenen Staat haben und alles tun, um diesen Staat möglichst bald zu errichten. L. MIZRACHI {Rumänien — spricht jüdisch): Wir müssen alle die bedeutende Verbesserung der politischen Lage anerkennen, die in erster Linie der Arbeit des verstorbenen Dr. Arlosoroff zu danken ist. Es sind in dieser Beziehung gewiß ein paar objektive Tatsachen eingetreten, aber das Verdienst der Leitung ist, daß sie alle sehr gut ausgenutzt wurden. Zur Frage des organisatorischen Ausbaus der Jewish Agency will ich bemerken, daß auch ich unter jenen war, die vor fünf Jahren große Bedenken über die Arbeitsfähigkeit und Existenznotwendigkeit der Jewish Agency hatten, Bedenken, die auch von einem großen Teil der Zionisten ausgedrückt wurden. Wir sagten uns aber: man muß diese Körperschaft schaffen und sehen, wie sie sich bewähren wird. Wenn auch in manchen Ländern von Nichtzionisten sehr viel geleistet wurde* so war das eine Arbeit von Einzelnen und nicht der nichtzionistischen Körperschaft, die als solche sich im jüdischen Leben kaum bemerkbar macht. Wenn wir eine wirklich lebensfähige Agency schaffen wolleny so müssen ihre Mitglieder auf möglichst demokratische Art gewählt werden. Noch eine wichtige Frage möchte ich hier anschneiden: die der Einwanderung. Ich bin hier Vertreter des Verbandes der sefardischen jüdischen Gemeinden Rumäniens, und als solcher hier wohl der einzige Vertreter des sefardischen Judentums, das immerhin eine halbe Million zählt. Die Lage der sefardischen Juden ist viel tragischer als die aller anderen Judenheiten, selbst der in Deutschland. Man hört leider nur wenig davon, in welcher Hölle die Juden von Jemen, Persien, Marokko oder selbst in manchen Balkanländern leben. Die Exekutive muß der Einwanderung dieser Juden nach Palästina besondere Aufmerksamkeit widmen. Nicht nur, weil sie Not leiden, sondern weil ihre Kolonisierung in Palästina viel leichter und billiger ist als die europäischer Juden. Es handelt sich um Menschen, die im Orient leben, die sehr kleine Bedürfnisse haben und mit dem arabischen Volk in enger Verbindung leben, so daß sie Verständnis haben für diese Atmosphäre. Dabei sind sie ausdauernd in allen Schwierigkeiten, kurz, ebenso gute produktive und nationale Elemente wie die anderen. Mit viel geringeren Summen könnte man eine viel größere Anzahl dieser Juden nach Palästina bringen. Die Not, die das erheischt, ist ebenso groß wie die der deutschen Juden, und wenn man davon spricht, dieses Jahr 12.000 deutsche Juden nach Palästina zu bringen, so muß man denselben Gesichtspunkt gegenüber den sefardischen und jemenitischen Juden anwenden (Beifall). Schluß der Sitzung ij Uhr ij Min.