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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 600

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 600 (sequence 602)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--9009-3485159
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600 J. Councilsitzung: Immigrationsreferat Ich möchte noch folgende Bemerkung machen. Wenn Sie sich die Karte Palästinas ansehen, werden Sie sehen, daß die Schlüsselpunkte des Landes, Haifa-Bay, Totes Meer, Jordansenke und Küstenebene entweder vollständig oder zu einem ganz wesentlichen Teil in unserem Besitz sind. Wenn wir diese Positionen ausbauen und verstärken, können wir große Möglichkeiten für jüdische Immigration schaffen. Einige Mitteilungen über'die Frage der Einwanderung aus Deutschland. Ich war in den letzten Monaten in Deutschland und kenne die Dinge aus der Nähe, und möchte zunächst einige Zahlen nennen. Im Laufe des letzten halben Jahres sind aus Deutschland ungefähr 6000 Menschen nach Palästina abgewandert. Diese Zahl wird sich bis zum Ende des Jahres wahrscheinlich noch um weitere 5000 bis 6000 erhöhen. Es ist möglich, daß das letzte Tausend im Januar kommt. Um Ihnen einen Begriff zu geben von der Wichtigkeit dieser Immigration sowohl für die deutschen Juden in Palästina als auch in Deutschland, werde ich zwei Zahlen nennen. Ich glaube, daß die Zahl der deutschen und deutschsprechenden Juden in Palästina bis vor einem Jahre etwa 2000 betrug, d. h. es würde also in diesem Jahre etwa eine Versechsfachung dieser Zahl eintreten. Auf der anderen Seite möchte ich Ihnen eine Zahl von deutschen Juden nennen, die nach anderen überseeischen Ländern auswanderten. Ich schätze diese Zahl auf etwa 500. Nun berühre ich nicht die Frage derjenigen Juden aus Deutschland, die nach anderen europäischen Ländern, wie Schweiz, Frankreich, Holland u. a. ausgewandert sind. Die erwähnten beiden Zahlen geben Ihnen einen ungefähren Begriff, welche Bedeutung Palästina haben kann für die Erleichterung der Frage der Juden aus Deutschland. Es sind heute große Massen der deutschen Juden nicht nur von der ökonomischen Situation, sondern auch von der seelischen Situation, in der sie sich befinden, ungeheuer erschüttert und in ganz weiten Schichten der deutschen Judenheit — und da ist die Grenze zwischen Zionismen oder Nicht-Zionisten verwischt — ist ein starker innerer und äußerer Drang nach Palästina erwacht. Die Zahl der Anfragen, die in Palästina und in Berlin einlaufen, könnte einen Begriff geben von dem ungeheuren Drang nach Palästina, den es heute in Deutschland gibt. Der Drang hat auch seine Gefahr darin, daß vielleicht auch ungeeignete Elemente nach Palästina kommen. Wir sollen alles tun, damit die Einwanderung aus Deutschland, ebenso wie aus anderen Ländern den Typ des physisch, seelisch und geistig vorbereiteten Einwanderers aufrechterhält. Die Erfahrungen zeigen, daß nur dieser vorbereitete Immigrantentyp auf die Dauer ein Gewinn für das Land ist und sich im Lande erhalten und durchsetzen kann. Das war im Wesentlichen alles, was ich über die allgemeinen Fragen zu sagen hatte. Es gibt auch eine Reihe von technischen Fragen, diese finden Sie im einzelnen in dem gedruckten Bericht behandelt. Ich glaube, es war wichtiger, sich mit dieser allgemeinen Erörterung zu begnügen, die Ihnen ein Bild von den wirtschaftlichen Möglichkeiten Palästinas und ihrer Rückwirkung auf die Emigration der Juden aus Deutschland bietet (Lebhafter Beifall).

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