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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 599

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 599 (sequence 601)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--9008-3485158
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Senator 599 nehmen, so bedeutet dies, daß im Vergleich zu der Zeit vor zwei Jahren um eine Million Pfund mehr ins Land fließt. Aber auchdie industrielle Produktion hat sich außerordentlich entwickelt. Zwei große Unternehmungen wurden eröffnet: die Tote-Meer-Gesellschaft und das Rutenberg-Werk. Es haben sich aber auch einige kleinere Exportindustrien entwickelt, wie etwa Textil- und Zementunternehmungen. Dabei ist die Einfuhr nach Palästina nicht gefallen. Das erklärt sich aus der großen Einwanderung, welche einen großen Güterbedarf schafft. Manche von Ihnen werden die Ziffern gesehen haben, welche in dem Bericht über die Einwanderung angegeben sind. Es sind im Jahre 1930 ungefähr 5000, im Jahre 19 31 nur 4000 Menschen eingewandert — die Ziffern sind nicht ganz exakt, da die Touristeneinwanderung nicht berücksichtigt ist. Heuer sind in den ersten sechs Monaten bereits, einschließlich der Touristeneinwanderung, 18.000 bis 20.000 Menschen eingewandert. Unter diesen Einwanderern haben wir einen relativ starken Prozentsatz von Kapitalisten (von 1000 Pfund und mehr). Was die unbemittelten und weniger bemittelten Einwanderer betrifft, so haben sie Arbeit gefunden, und zwar im Gegensatz zum Jahre 1925 keineswegs zu drei Vierteln im Baugewerbe, wenn auch mit steigender Einwanderung die Zahl der im Baugewerbe Beschäftigten dauernd steigt. Aber ein ganz bedeutender Teil dieser Einwanderer hat in den Pflanzungskolonien Platz gefunden, was den ungeheuren Vorteil hat, daß diese Beschäftigung einen permanenten Charakter trägt. Da die Ernte immer größer ist, werden immer mehr Kräfte zur Bergung der Ernte benötigt. Ich wiederhole: Was den Xlypus der neuen Einwanderer betrifft, so sind es zuerst einmal Kapitalisten im vollen Sinne des Wortes, welche nach den schlechten Erfahrungen in Amerika und Europa einen Teil ihres Vermögens in Palästina anlegen wollen, das bei allen Schwankungen eine große Stabilität im Werte der Investitionen bewiesen hat. Der zweite Typ ist der Chaluz, der arbeitende, mittellose Einwanderer, der in der Landwirtschaft und in der Industrie Beschäftigung gefunden hat. Es ist zu hoffen, daß diese Möglichkeiten noch größer werden. Der dritte Typ gehört dem Mittelstand an. Diese Mittelstandseinwanderung aus den östlichen Ländern, jetzt auch aus Deutschland, kann und wird dem Lande zum Segen gereichen, wenn dieser Mittelstand über etwas Kapital verfügt, keine allzu großen Lebensansprüche stellt — etwas geringere als in Europa, aber höhere als der Pflanzungsarbeiter — und wenn es sich um wirklich qualifizierte Handwerker handelt. Man fragt sehr oft: wie wird sich das Land weiter entwickeln? Da ist zu bedenken: Palästina liegt wirtschaftspolitisch in einer außerordentlich günstigen Situation. Die Länder, welche zur früheren Türkei gehören, befinden sich in einer Wirtschaftsperiode, die ungefähr der Europas vor achtzig bis hundert Jahren gleicht, in einer Zeit technisierender Entwicklung. Diese großen, rückständigen Gebiete machen diese kapitalistische Entwicklung durch, und Palästina steht dabei an der Spitze. Dies ergibt bedeutende Möglichkeiten für die einwandernden Juden.

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