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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 591

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 591 (sequence 593)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--9000-3485150
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Brodetsky 591 beit in Palästina. Die Vorschläge der Regierung über die Bodenfrage und den Schutz der Pächter bedeuten eine ernste Erschwerung unserer Arbeit in Palästina und sind durch die French-Berichte nicht gerechtfertigt. Diese Fragen werden eine sehr sorgfältige Behandlung erfordern. Zu Beginn des Kongresses verhandelten wir noch mit der Regierung über die Vertagung der geplanten Gesetze, seither aber haben wir gehört, daß das Kolonialamt keine Vertagung zuläßt und daß die Verordnung bereits in Kraft getreten ist. Wir glauben, daß derartige Gesetze zu einer Hemmung des Fortschrittes fuhren müssen. Die Araber werden ebenso leiden wie die Juden und im gleichen Maße auch die Regierung selbst, die in ihren Finanzen auf die Entwicklung des jüdischen Aufbauwerks sehr angewiesen ist. Wir können nicht annehmen, daß mit der Veröffentlichung dieser Verordnung schon das letzte Wort in dieser Frage gesprochen wurde, und es wird die Aufgabe der neuen Exekutive sein, über eine befriedigende Regelung der Frage zu verhandeln. Die Verordnung hat die Wirkung, daß der Fellach an das Land gefesselt wird, auf welchem er sitzt. Das hieße, daß in Palästina alles so bleiben soll, wie es ist. Wir betrachten aber Palästina als ein Land, in welchem sich immerzu etwas ändern muß. Es soll dort eine Jüdische Nationale Heimstätte entstehen, Palästina soll zu einem modernen Land und zu einem wichtigen Zentrum für den gesamten Nahen Orient werden. Das Gesetz über den Pächter schütz aber in seiner gegenwärtigen Form wird für Jahre hinaus die Entwicklung der Landwirtschaft in Palästina aufhalten, die doch die Grundlage der Gesamtentwicklung Palästinas ist; und wir können uns vom zionistischen und jüdischen Standpunkt aus mit einer Entwicklung Palästinas nicht begnügen, die eine Rückkehr nach Erez Israel ohne eine Rückkehr zum Boden Erez Israels bedeutet. Unsere Bemerkungen zum French-Bericht wurden vor einiger Zeit veröffentlicht. Die Regierung beabsichtigte, jene Araber wieder anzusiedeln, die verdrängt worden waren, gemäß der Interpretierung des MacDonald-Briefes; sie will die Gesetze zum Pächterschutz verschärfen. Es scheint, daß die Regierung nicht die Absicht hat, weitere Veröffentlichungen in Bezug auf die French-Berichte zu machen. Nun ein Wort zur Frage der Präferenzzölle für Palästina. Trotz unserer Bemühungen und der Bemühungen des Kolonialsekretärs, alles nur Mögliche zu tun, haben wir in diesem Punkte bisher keinen Erfolg gehabt. Es handelt sich hier nicht nur um ein Problem, das uns und die britische Regierung betrifft, sondern um ein internationales Problem. Wir tun unser Aeußerstes, um die Sache neuerlich zur Beratung zu stellen, und zu der Zeit, wo wir darüber verhandelten, beschloß ein Teil des britischen Imperiums, Kanada, palästinensischen Waren die Reichspräferenz zuzuerkennen. Darüber ist aber ein Sturm in Westindien entstanden, da Westindien in der letzten Zeit begonnen hat, Orangen zu bauen. Ob das der Anfang einer großen Entwicklung zur Zuerkennung der Präferenz an Palästina wird, kann ich heute nicht sagen.

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