Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 590 (sequence 592)
- Language
- German, English, Hebrew
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590 2. Councilsitzwng: Politischer Bericht mit Vertretern des englischen Judentums erörtert und wir kamen überein, daß jede aus dem deutschen Problem erwachsende Frage, die die Arbeit der Jewish Agency berührt, zum Beispiel die Auswanderung deutscher Juden nach Palästina, in Ueberieinstimmung mit der Jewish Agency behandelt werden solle. Ich kann mir keine dauernde Ansiedlung deutscher Juden in einem anderen Lande als' Palästina vorstellen. Die Zahl derjenigen, die sich in anderen Ländern niedergelassen haben, ist vergleichsweise gering. Bei jeder Arbeit, die wir zu leisten haben, um die Lage der deutschen Juden zu sichern, besteht die Frage des Kontaktes mit dem jüdischen Volk und mit dem Völkerbund. Der wichtigste Zugang ist der durch die Jewish Agency in Genf. Alles, was bisher in Genf getan wurde, ist durch unseren offiziellen Vertreter an diesem Orte getan und gefördert worden. Es ist also klar, wie wichtig die Verknüpfung der Jewish Agency mit diesem Fragenkomplex ist. Ich möchte mich nun der politischen Arbeit innerhalb der Jewish Agency zuwenden. Es gab einmal eine Erörterung darüber, ob die Jewish Agency durch die Heranziehung von Nichtzionisten erweitert werden solle. Damals glaubte man, die Schwierigkeit des Problems sei politischer Natur, in Wirklichkeit aber lag die Schwierigkeit auf finanziellem Gebiete. Was die -politische Seite anlangt, so gibt es kaum einen Unterschied zwischen dem zionistischen und dem nichtzionistischen Gesichtspunkt. Es wäre katastrophal, von neuem die Frage der Beziehungen zwischen den Zionisten und den Nichtzionisten, wie sie jetzt in der Agency geregelt ist, aufzurollen. Der Zusammenschluß unserer Kräfte wirkte auf die Regierung im Sinne der Anerkennung des Status der Agency. Sie haben einen eingehenden Bericht über unsere politische Tätigkeit in dem gedruckten Material erhalten und ich möchte auch erwähnen, daß ich auf dem Zionistenkongreß einen mündlichen Bericht erstattet habe. Es ist also wohl unnötig, hier auf Details einzugehen, und ich möchte nur ein paar Punkte berühren. Vergleichen Sie unsere Lage vor zwei Jahren mit der heutigen. Vor zwei Jahren traten wir nach einer beispiellosen Krise zusammen, heute treffen wir uns nach zwei Jahren voller Ruhe und Zusammenarbeit mit der Mandatarregierung. Die Aenderung ist in zwei äußeren Tatsachen zum Ausdruck gekommen, nämlich durch die Bildung der neuen Regierung im Jahre 19 31 mit Sir Philipp Cunliffe-Lister als Kolonialsekretär und in der Ernennung eines neuen High Commissioners, Sir Arthur Wauchope. Ich will nicht über die Persönlichkeiten sprechen, die die Verantwortung für die Entwicklung in Palästina tragen. In den letzten zwei Jahren waren unsere Beziehungen die vertrauensvoller Zusammenarbeit. Es ist in Erez Israel eine große Entwicklung auf verschiedenen Gebieten zu verzeichnen. Die Einwanderung wächst rasch; ihr jetziger Maßstab ist nicht geringer, als der zu irgendeiner Zeit seit dem Kriege. Im Jahre 1925/26 gab es eine Einwanderung von 34.000 Juden und der heutige Zustrom ist kaum geringer. Wir hoffen, das Niveau aufrechthalten zu können. Ich sage nicht, daß die Situation befriedigend ist. Wir haben große politische Schwierigkeiten bei unserer praktischen Ar-