Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 542 (sequence 542)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476290--8949-3485099- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
542 III. BODEN. 36. GEFAHR DER BODENSPEKULATION. Der Kongreß weist auf die Gefahr der Bodenspekulation hin, die. im Lande herrscht, und fordert jeden Zionisten auf, mit Propaganda- und Aufklärungsarbeit dieser Gefahr entgegenzuwirken. 37. SCHAFFUNG EINES ZENTRALEN BODENINSTITUTES. Der Kongreß fordert die Exekutive der Jewish Agency und den Keren Kayemeth Leisrael auf, ein Bodeninstitut zu schaffen, das alle Gesellschaften, die sich mit Bodenkauf aus nichtjüdischer Hand befassen, vereinigen und die Käufe und Verkäufe in einer einzigen Institution konzentrieren soll. 38. KAMPF GEGEN DIE BODENSPEKULATION. Der Kongreß überweist folgende Anträge dem A.C. zur weiteren Behandlung: a) Der Kongreß sieht in der Bodenspekulation die größte Gefahr für eine gesunde wirtschaftliche und nationale Entwicklung des städtischen Jischuv. Die spekulative Verteuerung des Bodens versperrt den breiten arbeitenden und mittelständieehen Schichten den Weg zur Erwerbung eines eigenen Grundstückes und zum Bau eines eigenen Hauses. Darüber hinaus entzieht sie dem nationalen Wirtschaftskreislauf ungeheure Summen, die häufig gegen das Aufbauwerk ausgenutzt werden. b) Der Kongreß fordert alle Institutionen der Zionistischen Organisation und des Jischuv, sowie alle Zionisten auf, gegen die Bodenspekulation mit allen Mitteln und aus aller Kraft zn kämpfen. Als wesentliche Mittel des Kampfes sieht er dabei an : aa) Die Stadtverwaltung von Tel Aviv soll zum Erlaß einer Bauordnung veranlaßt werden, welche die Möglichkeit einer spekulativen Ausnützung des Bodens beschränkt. bb) Alle Banken und Kreditinstitute Palästinas 60Üen Bodenkäufe nur dann finanzieren, wenn sichergestellt ist, daß diese nicht spekulativen Zwecken dienen. cc) Die Namen von besonders schädlichen berufsmäßigen Spekulanten sollen veröffentlicht und der allgemeinen Verachtung preisgegeben werden. dd) Es soll eine Treuhandstelle geschaffen werden, welche alle Bodenkäufe für Institutionen und Privatpersonen durchführen soll. c) Der Kongreß hofft, daß der Keren Kayemeth in nächster Zeit eine geeignete Fläche für die Entwicklung eines Industriegebietes bei Tel Aviv erwerben wird, d) Der Kongreß hofft, daß die Exekutive Mittel und Wege finden wird, um die Beschlüsse der letzten Kongresse betreffs der Industriebank zur Ausführung zu bringen. IV. EHRUNG M. M. USSISCHKINS. 39. GRÜNDUNG EINER SIEDLUNG AUF DEN NAMEN MENACHEM USSISCHKIN. a) Der XVIII. Zionistenkongreß beglückwünscht Menachem Ussischkin zu seinem 70. Geburtstag. b) In Würdigung der unvergänglichen Verdienste, die der Jubilar sich in einer mehr als fünfzigjährigen, ununterbrochenen Arbeit für Volk, Land und Sprache erworben hat, beschließt der Kongreß, eine Siedlung auf den Namen Menachem Ussischkin zu gründen. Ä c) Der Kongreß erwartet, daß alle Teile der Zionistischen Weltorganisation es als eine Ehrenpflicht betrachten werden, die notwendigen Mittel für die Erwerbung des Bodens so rasch wie nur möglich aufzubringen. d) Eine der Bedeutung des Anlasses würdige Aktion soll unmittelbar nach dem Kongreß in allen Ländern einsetzen. e) Der Kongreß gibt seiner Überzeugung Ausdruck, daß die ganze, an dem Aufbau Palästinas beteiligte Judenheit dem hervorragenden Repräsentanten des jüdischen Renaissancegedankens den Tribut ihrer Verehrung und Dankbarkeit durch die Errichtung dieser Siedlung zollen wird.