Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 540

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 540 (sequence 540)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3476254-3476290--8947-3485097
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

540 b) Planmäßige Koordinierung der Tätigkeit der verschiedenen wirtschaftlichen und Siedlungsinstitutionen des Landes. c) Anleitung des anlagesuchenden Kapitals, Organisierung eines rationellen autoritativen wirtschaftlichen Informationsdienstes in Palästina und in allen größeren Zentren des Galuth und Koordinierung der bestehenden Informationsinstitute. d) Organisierung des Absatzes von palästinensischen Produkten und Fabrikaten und Belehrung der jüdischen Öffentlichkeit über ihre Pflicht, den Aufbau Palästinas durch Kauf dieser Produkte zu fördern. e) Förderung und Gründung palästinensischer Handelskammern in den verschiedenen Ländern als der geeigneten Organe zur Erfüllung der unter c) und d) erwähnten Aufgaben. f) Förderung des Handels und der Einfuhr aus denjenigen Ländern, die palästinensische Produkte abnehmen. g) Beratung der Exekutive in Bezug auf ihre wirtschaftspolitischen Verhandlungen mit der Regierung. h) Überwachung bestehender Siedlungs- und Bodenkaufsunternehmungen und Warnung der Öffentlichkeit vor Unternehmungen mit spekulativem Charakter. i) Schaffung einer zentralen Treuhandstelle für Bodenkauf. j) Bestimmung der Richtlinien für die Tätigkeit der Vertreter der Zionistischen Organisation in den Banken und wirtschaftlichen Institutionen. Der Kongreß erwartet, daß der Wirtschaftsrat in der Lage sein wird, seine Ausgaben aus den Einnahmen, die sich aus seinen Arbeiten ergeben, zu decken. 2. Der Kongreß übergibt der Exekutive zur Behandlung und Beschlußfassung folgenden Vorschlag der Budgetkommission: Es wird die Errichtung eines Obersten Rates für Finanzen und Wirtschaft in Erez Israel mit folgenden Funktionen für notwendig erachtet: a) als Kontrollstelle für die Institutionen der Zionistischen Organisation zu fungieren; Arbeitsmethoden für die Tätigkeit der Fonds zwecks Vergrößerung ihrer Einnahmen und Schaffung von neuen Einnahmsquellen auszuarbeiten; b) die Arbeit der Bodengesellschaften, die mit der Zionistischen Organisation verbunden sind, zu konzentrieren; 6ie zu einer Gesellschaft zusammenzuschließen, die zusammen mit dem Keren Kayemeth als die einzige Bodenkaufsgesellschaft im Lande auftritt; c) den wirtschaftlichen Informationsdienst auf allen Arbeitsgebieten zu vereinheitlichen und zu erweitern; d) sich mit den Problemen der Liquidation jüdischen Vermögens im Auslande zu befassen, dessen Inhaber sich in Palästina ansiedeln wollen; e) die Klärung der Fragen der Finanz- und Wirtschaftspolitik der Palästina-Regierung, wie Regierungsbudget, Steuerfragen, Zollfragen, etc.; f) sich mit dem Problem der Eroberung der Märkte für Palästinaprodukte zu befassen. 33. POSITIVE UND NEGATIVE ERSCHEINUNGEN IN DER WIRTSCHAFT PALÄSTINAS. Der Kongreß überweist folgende Anträge dem A.C. zur weiteren Behandlung: 1. Der. Kongreß stellt mit Genugtuung die günstige wirtschaftliche Entwicklung des Jischuv in Erez Israel während der letzten zwei Jahre fest. Menschen und Kapitalien sind in starkem Maße in das Land geströmt und haben ihm neue ökonomische Energien zugeführt. Zahlreiche neue industrielle Unternehmungen sind entstanden, während die bestehenden sich ständig ausgebaut haben. Der Jischuv hat nicht nur die Arbeitslosigkeit liquidiert und den neuen Einwanderern Arbeit und Existenz verschafft, darüber hinaus besteht eine ständig wachsende Nachfrage nach neuen Arbeitskräften. Die Ansiedlung städtischer Arbeiter und damit deren Konsolidierung und Krisenfestmachung hat große Fortschritte gemacht. Das Wachstum und die Konsolidierung des Jischuv, sowie die Verbesserung der objektiven wirtschaftlichen Bedingungen — Haifaer Hafen, Jordan-Elektrizitätswerk, Pipe-Line etc. — eröffnen neue, weite Perspektiven für den weiteren wirtschaftlichen Aufstieg in Erez Israel. 2. Gleichzeitig stellt der Kongreß mit Sorge eine Reihe von Erscheinungen fest, die geeignet sind, die gesunde wirtschaftliche Entwicklung Palästinas zu stören und zu gefährden. a) Die Drosselung jüdischer Einwanderung trotz starken Bedarfes an neuen Arbeitskräften, gefährdet die jüdische Arbeit und zerstört zahlreiche neue ökonomische Möglichkeiten. b) Die Zoll- und Handelspolitik der Regierung erschwert und hehindert die Entwicklung zahlreicher Industriezweige. c) Eine gewissenlose Bodenspekulation, welche in kürzester Zeit die Bodenpreise — vor allem in Tel Aviv —- bis auf das Zehnfache gesteigert hat, bedroht die Bautätigkeit und die weitere Entwicklung des städtischen Jischuv ebenso wie das anlagesuchende Kapital. d) Ein unverantwortlicher Mietwucher hat die Wohnungsmieten — vor allem in Tel Aviv — bis auf die Hälfte des normalen Arbeitseinkommens gesteigert, drückt den Lebensstandard der breiten Schichten unerträglich herab und gefährdet den sozialen Frieden. e) Trotz des großen jüdischen Kapitalzustroms besteht ein starker Mangel an lang- und mittelfristigen Krediten für Industrie und Bauwesen. Ein großer Teil des zuströmenden Kapitals bleibt trotz zahlreichen gewinnbringenden Anlagemöglichkeiten ohne Bewegung und Verzinsung in den Banken und schadet so sich selbst und gleichzeitig den Möglichkeiten des Aufbaus.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.