Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 539 (sequence 539)
- Language
- German, English, Hebrew
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539 gemäß dem Beschlüsse des XVII. Kongresses dem Irgun Witkin und dem Irgun der demobilisierten Legionäre bei der Ansiedlung zukommt. c) Der Kongreß würdigt die Tatsache, daß Hunderte und Tausende von Arbeitern, die in Irgunim und Kibbuzim als Lohnarbeiter in Stadt und Dorf organisiert sind, sich mit allen Kräften bemühen, auf dem Boden der Heimat Fuß zu fassen und sich dort zu verwurzeln. Diese Tausende von Arbeitern sparen an ihrem geringen Tagelohn und an ihrem Brot, um zum Ausbau ihrer ländlichen Wirtschaften beizutragen. Die Anstrengungen dieser Arbeiter schaffen große wirtschaftliche Werte und ermöglichen es, die planmäßige nationale Kolonisation zu verbilligen und den Betrag der Investitionen herabzusetzen, die von den Kolonisationsinstitutionen der zionischen Bewegung gefordert werden. Der Kongreß erklärt es als Pflicht der zionistischen Bewegung, diese Anstrengungen zu unterstützen und diesen Arbeitern bei ihrer Ansiedlung zu helfen. Er hofft, daß es der Zionistischen Organisation und ihren Finanzinstitutionen gelingen wird, Mittel für neue Ansiedlungsaktionen in entsprechendem Maßstabe verfügbar zu machen. d) Der Kongreß hat mit Aufmerksamkeit das Referat von Herrn Dr. Ruppin über die Aufnahme- und Ansiedlungsmöglichkeiten deutscher Juden in Erez Israel angehört und billigt den Plan zur Ansiedlung der ersten tausend Familien deutscher Juden sowohl in Arbeitersiedlungen, die bereits durch den Keren Hajessod geschaffen wurden, als auch durch Schaffung neuer Siedlungen auf Böden des K.K.L. und der American Zion Commonwealth. Der Kongreß fordert die Exekutive auf, sofort an die Organisierung der geeigneten Ansiedler zu schreiten. Gleichzeitig fordert der Kongreß die Exekutive auf, darüber zu wachen und sicherzustellen, daß aus den Sondersammlungen für die deutschen Juden bestimmte Beträge zur landwirtschaftlichen Ansiedlung unbemittelter deutscher Einwanderer verwendet werden. 30. ORGANISIERUNG UND INFORMATION. Der Kongreß wendet sich an alle zionistischen Verbände mit der Aufforderung, unter den Volksmassen die Initiative zum Erwerb von Boden und zur landwirtschaftlichen Ansiedlung in Palästina zu wecken. Zu diesem Zwecke sollen bei den Palästina-Ämtern Kolonisationsabteilungen unter der Leitung von Sachverständigen aus Erez Israel errichtet werden. Das Kolonisations-Departement der Jewish Agency soll in engem, ständigem Kontakt mit diesen Abteilungen stehen und sie durch Rat und Informationen und die Beistellung geeigneter Pläne fördern. 31. DIE LANDWIRTSCHAFTLICHE VERSUCHSSTATION. In der Erkenntnis, daß ohne systematische wissenschaftliche Forschungsarbeit weder die Konsolidierung und Entwicklung der bestehenden Kolonisation, noch die Erweiterung sowohl der nationalen wie der privaten Neukolonisation möglich ist, würdigt der Kongreß die Arbeit der Versuchsstation auf dem Gebiete der Forschungs- und der Instruktionsarbeit und fordert die Exekutive auf, für die Erweiterung des Tätigkeitsgebietes der Versuchsstation zu sorgen. II. STÄDTISCHE KOLONISATION. 32. ERRICHTUNG EINES WIRTSCHAFTSRATES. 1. Der Kongreß sieht die zentrale Aufgabe der Exekutive darin, daß sie die ins Land strömenden Menschen und Kapitalien zu einem planmäßigen wirtschaftlichen Aufbau im Sinne des Zionismus ordnet und leitet. Zu diesem Zwecke soll bei der Exekutive ein Wirtschaftsrat geschaffen werden, der aus geeigneten Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens Palästinas und Vertretern der Siedlungsorganisationen zusammengesetzt ist und dessen Aufgabenkreis vor allem auf folgenden Gebieten liegen soll: a) Ausarbeitung eines wirtschaftlichen Arbeitsplanes und Entwicklungsprogrammes für die nächsten fünf Jahre.