Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 521 (sequence 521)
- Language
- German, English, Hebrew
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Blum, Remes, Ostrowsky, Schmor ak, Berlin 521 gemein-zionistischen Kongreßdelegierten, Gruppe B, folgende Erklärung ab: Wir waren der Ansicht, daß es in einer Zeit schwerer Prüfungen unseres Volkes, welches von der zionistischen Bewegung seine Rettung erwartet, die Pflicht des XVIII. Zionistenkongresses gewesen wäre, eine Leitung zu bilden, welche alle oder zumindest die überwiegende Majorität der Kongreßparteien zu gemeinsamer Arbeit an unserem großen Werke vereinigen sollte. Wir haben uns redlich bemüht, dieses Ziel zu erreichen, und hofften dadurch den so nötigen und so lange ersehnten innerzionistischen Frieden herzustellen. Diese unsere Bemühungen sind an dem Widerstand der stärksten Fraktion dieses Kongresses, der Arbeiterpartei, gescheitert. Sie hat keiner der von uns im Interesse der Gesamtbewegung gestellten wesentlichen Forderungen zugestimmt und auf Maßnahmen und Kongreßbeschlüssen beharrt, welche unserer Ansicht nach die Gegensätze in der Bewegung und im Jischuv noch bedeutend zu steigern und ein einseitiges System unserer politischen, organisatorischen und wirtschaftlichen 'Tätigkeit zu begründen geeignet sind. Wir waren nicht in der Lage, an einer auf Grund solcher Voraussetzungen gebildeten Leitung teilzunehmen und die Mitverantwortung zu tragen. Wir sehen uns daher veranlaßt, gegen die Wahl dieser Leitung zu stimmen. Ein Antrag, die Sitzung zu vertagen, um dem Misrachi Gelegenheit zu geben, seine Anträge vor eine Kommission zu bringen, wird abgelehnt. DAVID BEN GURION (Arb., Polen); Ich beantrage, die Vorschläge des Misrachi an das A.C. zu leiten. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Ich nehme diesen Antrag zur Kenntnis und werde demgemäß handeln. RABBI MEIR BERLIN (Misr., Amerika): Ich habe die Ehre, namens der Fraktion Misrachi folgende Erklärung zur Wahl der Exekutive abzugeben: Wir Misrachi-Delegierten haben schon zu Beginn des Kongresses unsere Besorgnis nicht nur über die schwere politische Lage, sondern auch über die geistige und moralische Verderbnis ausgedrückt, die sich in Lästerung von Heiligtümern, Bruch der Tradition und Aufgeben der jüdischen Art ausdrückt, Frieden zu suchen zwischen Mensch und Mensch und zwischen Partei und Partei. Unser Land ist zu einem Lebensquell geworden, aber auch zu einem Quell gegenseitigen Hasses. Und die Zionistische Organisation war das Feuer, das unsere Würde in den Augen unserer Nächsten herabsetzt und unsere Kraft schwächt. Wir hofften aus vollem Herzen, daß die Delegierten des XVIII. Kongresses ihre persönlichen und parteiischen Tendenzen bezwingen und zu der Erkenntnis kommen werden, daß nur in einheitlicher Arbeit unser aller Sieg liegt. Wir hofften, daß der Kongreß eine Leitung schaffen würde, die in den nächsten zwei Jahren an der Spitze einer von rechts bis links geeinten Organisation stehen, deren Arbeit dem ganzen Volk zum Segen gereichen würde. Leider zeigte sich schon in den ersten Tagen des Kongresses, daß der Parteien- und Personenhaß übermächtig ist. Da bezwang der Misrachi seinen Schmerz und legte der Permanenzkommission religiöse Forderungen vor, dem Verfall und der religiösen Willkür, die zu unserer Schande in unserem heiligen Lande herrschen, ein Ende zu bereiten. Da standen die anderen Parteien auf, und die Forderungen fanden nicht das nötige Verständnis bei den Mitgliedern der Kommission und unsere Forderung ist bis heute unbeantwortet geblieben. Jetzt, vor Schluß des Kongresses, sind wir Zeugen der Wahl der Exekutive, die in den nächsten zwei Jahren an der Spitze der Bewegung stehen soll. Und sie setzt sich zusammen aus einer Reihe von Zionisten, die zwischen Klassen und Klassen unterscheiden, die in ihrer Weltanschauung nichts Heiliges, nichts Traditionelles haben. Diese Exekutive hat fast die Hälfte dieses Kongresses von sich gestoßen und stößt mit einer kleinen Majorität die Zehntausende von Wählern, die für jene Parteien gestimmt