Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 520 (sequence 520)
- Language
- German, English, Hebrew
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520 iy. Kongreßsitzung: Wahl der Exekutive durchgepeitscht hat. Diese Redeform verschafft dem Redner keine Ehre, denn Rabbi Brod und seine Kollegen saßen auch im Permanenzausschuß, als vor diesem ein Vorschlag über die Zusammensetzung der Exekutive vorgebracht wurde, und ich habe ein paar Mal gefragt, ob jemand etwas dazu zu sagen oder irgend einen Vorschlag zu machen habe. Da ist Herr Dr. Mossinson aufgestanden und hat im Namen seiner Fraktion eine Erklärung abgegeben. Im Namen des Misrachi hat niemand ums Wort gebeten und niemand eine Erklärung abgegeben. Rabbi Brod hatte kein parlamentarisches oder zionistisches Recht, jetzt seine Erklärungen und Deklarationen in der vorgebrachten Form abzugeben. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Ich hole in diesem Falle die Meinung des Kongresses ein. Der Misrachi hat eine Reihe von wichtigen Vorschlägen im Permanenzausschuß vorgebracht, und da dort beschlossen wurde, darüber nicht zu sprechen, verlangt der Misrachi jetzt, daß diese Vorschläge dem Kongreß vorgelegt werden. Ich frage nun den Kongreß, ob er es für richtig hält, sich jetzt, vor den Wahlen, mit diesem Vorschlag zu befassen. Der Kongreß verneint diese Frage des Präsidenten mit 12^ gegen 55 Stimmen. ARON BLUM (Misr., Polen): Es besteht eine Vorschrift, daß Vorschläge, die den geschäftsordnungsmäßigen Bedingungen nicht entsprechen, vom Vorsitzenden des Permanenzausschusses an die betreffende Kommission zurückzuleiten sind. Der Vorsitzende des Permanenzausschusses hat das in diesem Falle nicht getan. DAVID REMES: Als Vorsitzender des Permanenzausschusses erkläre ich hier, daß Rabbi Brod seinen Antrag dem Permanenzausschuß als „Erklärung" zukommen ließ und nicht als Vorschlag. Andererseits kam dieser Vorschlag von keiner Kommission her, an die wir ihn hätten zurückschicken können. RABBI MOSCHE OSTROWSKY (Misr.., Erez Israel): Ich habe namens des Misrachi folgende Erklärung abzugeben: Der Misrachi hat diese Vorschläge ohne jeden politischen Hintergedanken gemacht. Wir haben diese religiösen Fragen gestellt, weil wir glauben, daß sie eine Grundlage des Aufbaus von Erez Israel sind und daß dieser Aufbau vom religiösen und nationalen Standpunkt gefährdet wird, wenn man diese Punkte nicht sofort annimmt. Leider herrscht bei einem großen Teil dieses Kongresses nicht das nötige Verständnis dafür. Wir bedauern dies sehr, erklären aber offen: Wenn Ihr verstehen werdet, daß die Stunde verlangt, dem irreligiösen Zustand im Lande ein Ende zu machen, dann werden wir zufrieden sein, unabhängig davon, ob Ihr diesen Antrag annehmt oder nicht. Wenn aber dieses Unverständnis, das hier herrscht, auch in Erez Israel herrschen wird, so werden wir daraus die Konsequenzen für unsere künftige zionistische Arbeit ziehen. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Ich muß hier feststellen, daß wir nichts gegen die Religion beschlossen haben (Unruhe beim Misrachi). Dr. EMIL SCHMORAK (Allg., Ostgalizien): Ich gebe im Zusammenhang mit der bevorstehenden Wahl der Exekutive namens der all-