Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 506 (sequence 506)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476290--8913-3485063- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ij. Kongreßsitzung: Bericht der Politischen Kommission ses Kongresses). Sie tun es, wenn man die Sache für Parteizwecke ausnutzen kann. Unser Vorschlag war, die konkrete Frage dem A.C. zu übergeben. Dabei hat die Mehrheit der Kommission klar verstanden, daß es die Hauptaufgabe des Zionismus und zionistische Pflicht ist, als Juden und als Zionisten zu verhandeln und in allen Ländern den Juden zu helfen, die gezwungen sind, auszuwandern. Man muß sie dabei unterstützen, ihr Leben und auch ihr Vermögen zu retten, und muß daher auch Verhandlungen führen, sogar wenn es sich um Verhandlungen nicht mit freundlichen, sondern auch mit feindlichen Faktoren handelt. So wurde der Zionismus seit Herzls Zeiten aufgefaßt. Auch die Idee der Liquidationsbank ist mit Verhandlungen und oft mit sehr schwierigen bitteren Umständen verbunden. Vor einer Weile wurde hier ein Beschluß wegen einer Zentralstelle angenommen, die sich heute damit befassen soll, Juden mit ihrem Vermögen aus Deutschland nach Erez Israel zu überführen. Für diesen Beschluß, der ebenfalls mit gewissen Verhandlungen verbunden ist, hat auch Herr Großmann gestimmt. Wir glauben nicht, daß es möglich ist, ein Finanzinstrument in eine politische Debatte hereinzuziehen. Wir glauben aber andererseits, daß, wie man auch vom technischen Standpunkt die Details gewisser Abkommen abschätzen nxag — die, nebenbei, nicht durch die politischen Vertreter der Zionistischen Organisation, sondern durch verschiedene finanzielle Körperschaften in Erez Israel getroffen wurden — eine solche Frage in einem solchen Gremium in ernster würdiger Weise, erfüllt von nationaler und politischer Verantwortung, keineswegs aber unter dem Druck von Pressenachrichten und Pressepropaganda behandelt werden darf. Es muß vor allem in jeder ernsten zionistischen Körperschaft festgestellt werden, daß es einen Primat von Erez Israel gibt, einen Primat der Pflicht, jüdisches Leben und jüdisches Vermögen vor allen Gefahren zu retten, denen sie ausgesetzt sind. Wenn der Zionistische Kongreß sich nicht mit politischen Demonstrationen beschäftigen will, die ihm nicht zustehen, wenn er den Handlungen von zionistischen Institutionen, die hier nicht beurteilt werden können, nicht präjudizieren will, soll er den Vorschlag der Kommission annehmen ünd über den Vorschlag von Großmann zur Tagesordnung übergehen. Dr. ISRAEL WALDMANN (Rad., Weltw.): Wir haben gehört, daß die Resolution, die Euch von der Majorität der Politischen Kommission unterbreitet wurde, eine Kompromißresolution darstellt. Es gab zwei Parteien, die verschiedene Standpunkte vertraten; ihrem Verantwortungsgefühl gemäß haben sie nach einem Mittelweg gesucht. Die eine Partei war durch die Kollegen von Berl Katznelson vertreten, die andere von mir und meiner Gruppe. Wir haben alle anerkannt, daß es die erste Pflicht der Zionistischen Organisation ist, den deutschen Juden zu helfen, daß sie nach Palästina auswandern und ihr Vermögen dorthin bringen können. Es waren nur einige Divergenzen darüber, ob alle Mittel dafür angewendet werden können. Wir