Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 505 (sequence 505)
- Language
- German, English, Hebrew
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Katznelson, Ringel, Großmann 505 BERICHTERSTATTER Dr. RINGEL: Der nächste Vorschlag der Politischen Kommission ist der folgende: V. Der Kongreß übergibt die Frage der in der Interpellation vom 24. August erwähnten Vereinbarung dem Aktionskomitee zur näheren Prüfung mit der Maßgabe, daß nichts geschehen oder zugelassen werden wird, was zu der Stellungnahme des Kongresses in der deutschen Judenfrage im Widerspruch steht. MEIR GROSSMANN (Jst., A.C.): Ich schlage folgendes Minderheitsvotum zur Annahme vor: Der Kongreß betrachtet die Antwort der Exekutive auf die Interpellation Großmann als nicht befriedigend und stellt folgendes fest: Solange die Juden in Deutschland in ihre früheren Rechte nicht wieder eingesetzt werden und solange die deutsche Regierung nicht Garantien dafür schafft, daß deutsche Juden das Recht der freien Auswanderung unter Mitnahme ihres Vermögens genießen, erachtet der Zionistenkongreß es als unzulässig, daß die Leitung der Zionistischen Weltorganisation oder ihr unterstellte Institutionen Abkommen irgendwelcher Art mit der gegenwärtigen deutschen Regierung treffen. Im vollen Bewußtsein der Verantwortung und im Interesse der deutschen Juden und nicht weniger im Interesse des gesamten Judentums müssen wir uns darüber Idar sein, daß wir in keiner Weise die Stimmung des Protestes abschwächen dürfen, die heute in der jüdischen Welt herrscht. Man hat uns gesagt, daß die Exekutive, in keiner Beziehung zu dieser Aktion steht; ich erkläre dagegen, daß nicht weniger als drei Mitglieder der Zionistischen Exekutive von dieser Aktion gewußt haben. Wir haben dadurch dieser Aktion unseren nationalen Stempel gegeben und das betrachte ich als einen Bruch der nationalen Disziplin und als eine Schädigung des zionistischen Prinzips. Es ist unmöglich, daß wir von diesem Kongreß weggehen, ohne dieses Vorgehen zurückgewiesen zu haben. Weder die Exekutive, noch eines der ihr unterstehenden Institute hat das Recht, mit einer Regierung Abmachungen zu treffen, welche täglich mit uns im Kampfe steht. Unsere Resolution soll die Zionistische Organisation von der Schädigung befreien, die ihr durch dieses Uebereinkommen zugefügt worden ist. BERL KATZNELSON (Arb., Erez Israel): Nach der Erklärung des Herrn Großmann bin ich gezwungen, folgendes zu sagen: In der Politischen Kommission ist diese Frage gründlich debattiert und diskutiert worden. Sie wurde in sehr weitem Umfang in einer Reihe von Sitzungen, vorher in einer besonderen Subkommission und dann im Plenum der Politischen Kommission behandelt, und es war der ausdrückliche Wunsch der Kommission, eine Kongreß-Debatte über diese Frage womöglich zu vermeiden. In jeder parlamentarischen Körperschaft versteht man, daß es manchmal wichtige außenpolitische Fragen gibt, die diskret behandelt werden müssen, und zwar von solchen Personen, die sich mit der Sache eingehend beschäftigen. Wir haben heute gesehen, wie Personen, die in konfindentiellen Körperschaften sitzen, Nachrichten weiterleiten, die als vertraulich beschlossen wurden. ( VORS. PRÄS. MOTZKIN: Diese Bemerkung bezieht sich doch wahrscheinlich nicht auf Mitglieder die-