Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 504 (sequence 504)
- Language
- German, English, Hebrew
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ij. Kongreßsitzung: Bericht der Politischen Kommission trolle über dieses Amt ausüben kann. Wir wollen nicht für X oder Y besondere Stellungen schaffen. Heute werdet Ihr solche Vorschläge in Bezug auf die deutschen Juden, morgen in Bezug auf die Immigration überhaupt machen und übermorgen werdet Ihr mit einem Vorschlag kommen, ein Politisches Komitee zu schaffen und jemanden an die Spitze zu stellen, der von der Exekutive unabhängig ist. Ihr werdet dadurch die Exekutive in eine Karikatur verwandeln. Ihr wollt eine Exekutive mit einem Präsidenten und eine Nebentribüne schaffen. Wir schlagen daher eine andere Formulierung vor. Es handelt sich hier nicht um eine rein technische Angelegenheit, sondern um ein klares Manöver, und wir wollen von dieser Tribüne aus die jüdische Oeffentlichkeit darüber aufklären, wie man dem künftigen Präsidenten der Zionistischen Organisation die Kontrolle zionistischer Arbeit, für die er dem Kongreß gegenüber verantwortlich ist, entziehen will. BERL KATZNELSON (Arb., Erez Israel): Wir haben eine Aufklärung darüber gehört, daß man hier irgend eine unklare Sache, wie Konterbande einschmuggeln will. Es handelt sich wirklich um keine technische Angelegenheit. Wäre bloß das der Fall, so hätte man die Sache einem der Departements der Zionistischen Exekutive übergeben können. Aber es gibt Fälle im Leben einer jeden Nation und eines jeden Staates, in denen es außerordentliche Aufgaben, Aufgaben des Notstandes gibt, und in Zeiten der Not ladet man Personen von besonderem Gewicht ein und macht ihnen eine besondere Aufgabe zur Pflicht, die nur sie imstande sind auszuführen. Seit mehr als einem halben Jahre blutet das deutsche Judentum. Es wäre Pflicht des Zionismus gewesen, besondere, übermenschliche Anstrengungen zu machen, alle Kräfte von allen Seiten zu einer großen Aktion zu mobilisieren, um das deutsche Unglück in eine Rückkehr nach Zion zu verwandeln. Die zionistische Bewegung hat dies nicht getan, da sie befürchtete, offizielle bestehende Beziehungen anzutasten. Die Politische Kommission beabsichtigt nicht, die Errichtung eines bürokratischen Departements vorzuschlagen, sondern eine Institution, und nach einigen Minuten werdet Ihr klar und deutlich den Namen der Person hören, die an der Spitze dieser Arbeit stehen soll (Beifall). Wir erklären, daß wir wünschen, daß diese Arbeit in Uebereinstimmung mit der Zionistischen Exekutive unter der Aufsicht des A.C. erfolgt und daß die zu schaffende Institution dem A.C. ihren Bericht erteilt. Der Minderheitsantrag Großmann wird abgelehnt und Resolution III. in der Fassung der Politischen Kommission angenommen. BERICHTERSTATTER Dr. RINGEL: Unser nächster Antrag lautet: IV. Der Kongreß beauftragt die Exekutive, die im Jahre 1929 eingeleitete Aktion zur Erreichung einer von dem Völkerbund unterstützten und garantierten internationalen Anleihe jetzt energisch wieder in Angriff zu nehmen. Zwecks Durchführung dieser von den früheren Kongressen beschlossenen Aktion wird die Anleihekommission wieder ins Leben gerufen. Der Antrag wird angenommen.