Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 503 (sequence 503)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ringel, Großmann 503 appelliert der Kongreß an die Regierung und das Volk der Vereinigten Staaten, an der Durchführung der oben erwähnten Aktionen mitzuarbeiten. BERICHTERSTATTER Dr. RINGEL: Ich schlage, namens der Politischen Kommission, dem Kongreß die Annahme folgender Resolution vor: III. Der Kongreß beschließt die Schaffung einer besonderen Zentralstelle zwecks Durchführung der großen Einwanderungsaktion von Juden aus Deutschland nach Palästina, welche im Einvernehmen mit der Exekutive alle einschlägigen Arbeiten in ihrer Hand vereinigen soll. MEIR GROSSMANN (JsU, A.C.): Meine Fraktion hat einen Minderheitsantrag eingebracht, der die Resolution III durch folgende ersetzen will: 1. Der Kongreß beschließt die Schaffung einer besonderen Zentralstelle zwecks Durchführung der großen Einwanderungsaktion von Juden aus Deutschland nach Palästina, welche die einschlägigen Arbeiten in ihrer Hand vereinigen und der Exekutive unterstellt werden soll. 2. Der Kongreß beauftragt die Exekutive, in der allernächsten Zeit eine Konferenz derjenigen jüdischen Organisationen zu veranlassen, die sich mit Angelegenheiten der Auswanderung und Hilfsarbeit beschäftigen, um die Probleme der Auswanderung und Ansiedlung von Juden aus Deutschland zu behandeln. 3. Die zionistische Zentralstelle soll darauf hinwirken, daß eine Zentralisierung und Koordinierung der gesamten, auf Palästina bezüglichen Hilfsarbeit erfolgt. 4. Von der neu geschaffenen Zentralstelle und von der Exekutive erwartet der Kongreß die sofortige Ausarbeitung und Inangriffnahme konkreter Pläne für die Einwanderung und Seßhaftmachung vieler Tausender von Juden aus Deutschland in Palästina. In der Erkenntnis, daß die Durchführung dieser Aktion eine der brennendsten Aufgaben der zionistischen Bewegung ist, richtet der Kongreß an jeden Zionisten und an alle Juden der Welt den Appell, nicht nur mit Worten, sondern auch mit opferwilligster Tat dazu beizutragen, daß dieses Werk, das gewaltige finanzielle Mittel erfordert, in nächster Zukunft und in vollem Ausmaß gelinge. Zur Begründung unseres Antrages habe ich folgendes zu sagen: Durch den Antrag der Kommission will man auf einem Umweg einen Durchbruch des Systems der zionistischen Arbeit durchfuhren. Es hat sich herausgestellt, daß der gesamte Paragraph mit dem ganzen neuen Amt und der besonderen Stellung geschaffen worden ist, um einer Person die Möglichkeit zu geben, unabhängig von der Exekutive zu arbeiten. Diejenigen Herren, die immer eine strenge Disziplin, eine Kontrolle der Exekutive verlangen, schaffen jetzt eine neue Institution und wollen, daß der Kongreß den Mann wählen soll, der an der Spitze dieser Arbeit stehen und von der Exekutive unabhängig sein soll. Nach einigen Minuten werden Sie sehen, welchen Sinn dieser scheinbar harmlose Vorschlag hat, einen bestimmten Sinn, der gar nichts mit der praktischen Arbeit für die deutschen Juden zu tun hat. Durch diesen Paragraphen will man auf Umwegen in eine sehr wichtige politische Aktion eine Person hineinbringen, die nicht direkt die Leitung dieser Arbeit übernehmen kann (Zwischenruf MOSCHE SHER- TOK: Nicht will!). Und wir wollen nicht, daß er eine Parallelinstitution zur Exekutive schafft. Wir wollen, daß die Exekutive eine Kon-