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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 500

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 500 (sequence 500)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--8907-3485057
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500 ij. Kongreßsitzung: Bericht der Politischen Kommission beim englischen Volke ausgelöst hat, muß leider festgestellt werden, daß nicht einmal in Bezug auf die zwingend notwendige Auswanderung der deutschen Juden nach Palästina ein Wandel zu merken war in der widerstrebenden, reservierten Haltung der Palästina-Regierung in der Frage der Erleichterung der Einwanderung. Trotz der katastrophalen L^ige der Juden in Deutschland hielt sich die Palästina-Regierung kleinlich an all die formalen Einwanderungsvorschriften und läßt sich nicht dazu bewegen, in einer der Größe der Katastrophe entsprechenden Weise den Bedürfnissen unseres Volkes Genüge zu tun. Zögernd und mit widerstrebender Hand werden die Zertifikate zugeteilt, als ob es sich um eine Art von Gratis-Eintrittskarten handelte und nicht um die Erfüllung unserer im Mandate verbrieften Rechte. Die Mandatarmacht stellte seinerzeit als Maßstab der Einwanderung die ökonomische Absorptionsfähigkeit auf. Wir müssen leider feststellen, daß nicht einmal in diesen Grenzen die Einwanderung und insbesondere die Zuteilung der Zertifikate erfolgt ist. Wurden doch z. B. von der letzten Schedule, die sorgfältig zusammengestellt war, kaum 43% der angeforderten Zertifikate zugeteilt. Dabei muß noch unterstrichen werden, daß es eine doppelte Absorptionsfähigkeit gibt: eine statische und (wie dies bei der jüdischen Einwanderung der Fall ist) eine dynamische, da jeder Einwanderer durch seine Arbeit oder sein Kapital in wachsender Progression Platz und Beschäftigungsmöglichkeiten für neue Einwanderer schafft. Ja, es wurde durch Nachforschungen unzweifelhaft festgestellt, wie stark sich der Standard of life der arabischen Nachbarbevölkerung gerade in den Gegenden gehoben hat, welche von den jüdischen Siedlungen zu profitieren in der Lage sind. Diese zögernde und oft ablehnende Stellung der Mandatsmacht hat als einen der Gründe die Tatsache, daß noch immer in englischen Regierungskreisen die Größe und Tragik der Judenfrage und ihre enge Verknüpfung mit dem Nationalheim nicht erkannt wurde. Es wird noch immer routinemäßig der Maßstab einer in Kolonialländern mit einer kulturell tiefstehenden Bevölkerung erworbenen Erfahrung angewendet. Dies führt uns zum Problem der Beamtenfrage in Erez Israel. Wir verlangen, daß die nach Palästina entsendeten Beamten sich bewüßt werden, daß sie an einer großen historischen Mission mitwirken, welche der Rat der Völker der britischen Regierung anvertraut hat, nämlich an der Schaffung eines Nationalen Heims für das Volk, welches der Welt und auch dem englischen Volke die Bibel und die Propheten geschenkt hat, für das älteste und zugleich seit zweitausend Jahren am schwersten in dieser Welt leidende Volk. Die Regierung und die Beamten mögen sich bewußt sein, daß sie an der Durchführung einer Aufgabe mitzuarbeiten haben, die nach dem Ausspruche Lord Gecils eine der wenigen großen Errungenschaften des Weltkrieges bildet, nämlich an der Schaffung des Jüdischen Nationalheims. Sie müssen deshalb die Psychologie des jüdischen Volkes berücksichtigen, dessen heilige Ungeduld ein Produkt der Liebe zu Erez Israel und der verzweifelten Lage in der Diaspora ist. Die Beamtenfrage, welche ich, wie ich glaube, zum erstenmal hier

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