Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 482 (sequence 482)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Haifa 1× ep/1047930
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482 ij. Kongreßsitzung: Bericht der Palästina-Kommission b) Die Zoll- und Handelspolitik der Regierung erschwert und behindert die Entwicklung zahlreicher Industriezweige. c) Eine gewissenlose Bodenspekulation, welche in kürzester Zeit die Bodenpreise — vor allem in Tel Aviv — bis auf das Zehnfache gesteigert hat, bedroht die Bautätigkeit und weitere Entwicklung des städtischen Jischuv ebenso wie das anlagesuchende Kapital. d) Ein unverantwortlicher Mietwucher hat die Wohnungsmieten — vor allem in Tel Aviv — bis auf die Hälfte des normalen Arbeitseinkommens gesteigert, drückt den Lebensstandard der breiten Schichten unerträglich herab und gefährdet den sozialen Frieden. e) Trotz des großen jüdischen Kapitalszustromes besteht ein starker Mangel an lang- und mittelfristigen Krediten für Industrie und Bauwesen. Ein großer Teil des zuströmenden Kapitals bleibt trotz der zahlreichen gewinnbringenden Anlagemöglichkeiten ohne Bewegung und Verzinsung in den Banken und schadet so sich selbst und gleichzeitig den Möglichkeiten des Aufbaues. f) Dem anlagesuchenden Kapital fehlt vielfach die genügend autoritative Information und Anleitung. Zahlreiche Informationsstellen arbeiten ohne Kontakt nebeneinander und häufig gegeneinander. g) Die von der Zionistischen Organisation geschaffenen Banken und Finanzinstitute (A.P.B., Hypothekenbank) haben ihre spezifischen Aufgaben zur systematischen Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung des Jischuv nicht immer entsprechend erfüllt, insbesondere nicht in Bezug auf die Industrie und den gemeinnützigen Wohnungsbau. h) Die übermäßige ungesunde Konzentrierung der Einwanderung in Tel Aviv und die Vernachlässigung anderer Städte, vor allem von Haifa, steht im Gegensatz zu den nationalen und wirtschaftlichen. Interessen des Jischuv. 3. Der Kongreß sieht die zentrale Aufgabe der neuen Exekutive darin, daß sie die ins Land strömenden Menschen und Kapitalien zu einem planmäßigen wirtschaftlichen Aufbau im Sinne des Zionismus ordnet und leitet. Zu diesem Zwecke soll bei der Exekutive ein Wirtschaftsrat geschaffen werden, der aus geeigneten Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens und Vertretern der Siedlungsorganisationen zusammengesetzt ist und dessen Aufgabenkreis vor allem auf folgenden Gebieten liegen soll: a) Ausarbeitung eines wirtschaftlichen Arbeitsplanes und Entwicklungsprogrammes für die nächsten fünf Jahre. h) Planmäßige Koordinierung der Tätigkeit der verschiedenen wirtschaftlichen und Siedlungs-Institutionen des Landes. c) Anleitung des anlagesuchenden Kapitals und Organisierung eines rationellen autoritativen wirtschaftlichen Informationsdienstes in Palästina und in allen größeren Zentren des Galuth, Koordinierung der bestehenden Informationsinstitute. d) Organisation des Absatzes von palästinensischen Produkten und Fabrikaten, Hinweis der jüdischen Welt auf die Pflicht, den Aufbau durch Kauf dieser Produkte zu fördern. ej Förderung und Gründung palästinensischer Handelskammern in den verschiedenen Ländern als geeignete Organe der unter c und d erwähnten Aufgaben. f) Förderung des Handels und Importes aus denjenigen Ländern, die palästinensische Produkte abnehmen. g) Beratung der Exekutive in Bezug auf ihre wirtschaftspolitischen Verhandlungen mit der Regierung. h) Überwachung bestehender Siedlungs- und Bodenkaufsunternehmungen, Warnung der Öffentlichkeit vor Unternehmungen mit spekulativem Charakter. i) Schaffung einer zentralen Treuhandstelle für Bodenkauf. j) Bestimmung der Richtlinien für die Tätigkeit der Vertreter der Zionistischen Organisation in den Banken und wirtschaftlichen Institutionen. *