Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 483 (sequence 483)
- Language
- German, English, Hebrew
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Rottenstreich 483 Der Kongreß erwartet, daß der Zionistische Wirtschaftsrat in der Lage sein wird, seine Ausgaben aus den Einnahmen, die sich aus seinen Arbeiten ergeben, zu decken. B. Industrie und Handel. 1. Der Kongreß erwartet von der Regierung, daß sie die aufblühende Industrie Palästinas in stärkerem Maße als bisher fördert. Dazu hält er folgende Schritte für erforderlich. a) Änderung des Zollsystems und -Verfahrens zu Gunsten der einheimischen Industrie, Einführung von Erziehungs- und Schutzzöllen, Schutz der einheimischen Industrie gegen Dumping in jeder Form. b) Förderung des Exportes zum Ausgleich der passiven Handelsbilanz Palästinas. c) Deckung des Bedarfes der Regierung vorwiegend durch einheimische Produkte. d) Abschluß, Verlängerung und Erweiterung der Handelsverträge mit den Nachbarländern. e) Schaffung und Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen Palästinas zu anderen Ländern. f) Intensivierung des Verkehrs mit den Ländern des Mittleren Ostens, Herabsetzung der Gebühren für Post und Transport durch entsprechende Abkommen. g) Beseitigung der Benachteiligung Palästinas als „open door" gegenüber der Politik der Einfuhrbeschränkungen und Kompensationen in den anderen Ländern. h) Völlige Zollbefreiung aller Maschinen und Maschinenteile für Landwirtschaft und Industrie. i) Rückerstattung der Zollgebühren für exportierte Waren, die aus zollpflichtigen Rohstoffen hergestellt wurden. j) Errichtung einer besonderen Abteilung für Handel und Industrie. k) Erleichterung der Einwanderung von Industriellen und Facharbeitern durch: 1. Abschaffung des Höchstalters für Facharbeiter, 2. direkte Erteilung der Einreise-Visa durch die britischen Konsuln an Industrielle, die mindestens 500 Pfund in bar, Maschinen oder Waren besitzen, 3. sofortige Erteilung der ständigen Aufenthaltserlaubnis an Personen, die als Touristen ins Land gekommen sind und dort industrielle Unternehmungen begründeten, oder sich an solchen beteiligten oder ständige Arbeit als Facharbeiter gefunden haben, 4. Reduzierung des Mindestkapitals für einwandernde Handwerker von 250 auf 150 Pfund. C. Städtische Arbeitersiedlungen (Schechunoth Ovdim). 1. Der Kongreß stellt mit Genugtuung den großen Fortschritt fest, der im Laufe der letzten zwei Jahre im Aufbau von städtischen Arbeitersiedlungen gemacht worden ist und durch den unter Leitung des Zentralamtes für städtische Arbeitersiedlungen der jüdischen Arbeiterorganisation über 2000 Siedlungsplätze erworben und über 1000 Häuser in großen geschlossenen Siedlungen erbaut worden sind. 2. Der Kongreß bedauert, daß die finanzielle Lage der Jewish Agency nicht ermöglicht hat, die Ansiedlung städtischer Arbeiter zu unterstützen, und fordert die Exekutive erneut auf, Mittel und Wege zu suchen, um in Zukunft dieser wichtigen Kolonisationsaufgabe eine stärkere Unterstützung angedeihen zu lassen. 3. Der Kongreß hofft, daß der Jüdische Nationalfond in nächster Zeit eine Bodenfläche für die Errichtung einer Großsiedlung für die Arbeiterschaft von Tel Aviv erwerben wird. 4. Der Kongreß erwartet, daß die Regierung die ihr gehörenden geeigneten Bodenflächen bei den Städten für die Errichtung städtischer Arbeitersiedlungen zur Verfügung stellen wird. 31J