Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 480 (sequence 480)
- Language
- German, English, Hebrew
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480 ij. Kongreßsitzung: Bericht der Palästina-Kommission zumeist sind Facharbeiter solche Personen, die bereits dieses Alter überschritten haben. Wir fordern ferner, daß von den Konsuln Visa an Industrielle erteilt werden, die ein Vermögen von 500 Pfund in bar, Maschinen oder Waren besitzen. Und wenn Touristen im Lande Arbeit gefunden oder geschaffen haben, d. h. Arbeitsstellen gegründet haben oder sich an solchen beteiligen, soll die Exekutive sich bemühen, daß diese Kategorie von Einwanderern eine dauernde Aufenthaltsbewilligung erhalten. Für Handwerker soll das Mindestkapital auf 150 Pfund reduziert werden. Wir drücken die Ueberzeugung aus, daß die Exekutive beim Ausbau der Einkaufs- und Produktionsgenossenschaften für Handwerker behilflich sein und alles daran setzen wird, daß die Kleinindustriie sich entwickle. Wir sind uns darüber im Klaren, daß es heute angesichts der Boden- Spekulation in den Städten für Handwerker fast unmöglich ist, sich in einer großen Stadt niederzulassen. Hier muß die Stadtverwaltung eingreifen, indem sie eine Bauordnung schafft, die die Bodenspekulation unmöglich macht. Ferner dürften Banken Berufsspekulanten keine Kredite gewähren, überhaupt müßte die öffentliche Meinung des Landes viel stärker und energischer auf die wilde Hausse reagieren, welche die Spekulanten hervorrufen. Hier muß auch der Keren Kayemeth mithelfen. Wir wollen hoffen, daß er die Möglichkeit haben wird, in Tel Aviv Boden zu erwerben, und ihn Industriellen zuweisen wird, wodurch er die Kleinindustrie davor schützen wird, einen großen Teil ihres Kapitals den Bodenspekulanten abgeben zu müssen. Wenn man von städtischer Kolonisation spricht, müssen wir mit Genugtuung feststellen, daß es seit dem letzten Kongreß der Leitung des Zentralamtes, an dessen Spitze Dr. Kaufmann steht, gelungen ist, mehr als tausend Häuser zu bauen und Bau- und Siedlungsparzellen für mehr als 2200 Familien zu erwerben. Bis heute wurden mehr als 1300 Häuser gebaut. Das in den Siedlungen investierte Kapital beträgt mehr als 400.000 Pfund. Davon stammen 10 Prozent aus nationalen Mitteln, 40 Prozent umfaßt das Anleihekapital und 50 Prozent haben die Siedler* eingebracht. Dank dieser Arbeit ist der Siedler durch die Kosten seiner Wohnung wenig belastet. Doch das ist zu wenig. Die Stadtverwaltung von Tel Aviv könnte sich schon ein wenig mehr mit dem Bau von Häuserblocks für Siedler befassen. Wenn sie dies täte, würde dadurch die gefährliche Bodenspekulation, die die Grundlagen einer gesunden städtischen Kolonisation zu untergraben droht, geschwächt werden. Wir stehen in einer Periode des Aufblühens des Wirtschaftslebens in Erez Israel. Nach meiner festen Ueberzeugung — die Gründe hiefür kann ich im Augenblick nicht darlegen — wird diese Entwicklung nicht stehen bleiben. Wir können damit rechnen, daß immer mehr Juden mit Kapital mach Palästina kommen und mit Hilfe ihrer Kapitalien Arbeitsmöglichkeiten in großem Ausmaß schaffen werden. Wenn wir nationales Kapital haben könnten, dann würde unsere Interventions-