Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 479 (sequence 479)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Haifa 1× ep/1047930
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Rottenstreich 479 entsprechen; diejenigen Abmachungen, die den Landesinteressen nicht zuwiderlaufen, müssen prolongiert werden. Jede Wirtschaft braucht Schutz, und dieser muß ihr gegeben werden. Die Wirtschaft kann nur dann gut und rationell arbeiten, wenn sie auf der Stabilität der Verträge beruht. Es gibt Möglichkeiten solcher Verträge, dazu braucht es nur guten Willen. Wir fordern von der Exekutive, daß sie mehr Zeit und Mühe auf ihre Verhandlungen mit der Palästinaregierung aufwende. Wir müssen auch die Juden in Erez Israel in der Hinsicht organisieren, daß sie Waren vor allem aus den Ländern beziehen, die palästinensische Produkte abnehmen. Wir sind leider noch kein Staat, der Kontingentverträge abschließen und, wie es andere Staaten tun, Kompensationsgeschäfte durchführen kann. Wenn jedoch die Bevölkerung Palästinas solidarisch vorgehen und den Exporteuren in allen Ländern mitteilen wird, daß sie Waren nur dort beziehen und von dort importieren wird, wo man von uns kauft, dann wird sie den Export palästinensischer Produkte vergrößern. Ueberdies sind wir der Ansicht, daß Vertreter der Exekutive mit Vertretern verschiedener Regierungen Fühlung nehmen und sie dahin beeinflussen sollen, größere Kontingente für die Einfuhr palästinensischer Produkte zu gewähren. Ich bin überzeugt, daß diese Verhandlungen Erfolg haben und den Absatz Palästinas vergrößern würden. Ein wichtiges Mittel, den Absatz von palästinensischen Artikeln zu heben, ist die Reduktion der Tarife für Post-, Telegraphen- und Trans1portunternehmungen. Was heute alle Staaten tun, das kann auch von der Palästina-Regierung verlangt werden. Wir kommen nicht mit außergewöhnlichen Forderungen, wir wollen es bloß dahin bringen, daß Palästina keine Ausnahme unter allen Ländern bildet. Wir müssen auch Zollfreiheit für Maschinen fordern? die nach •Erez Israel kommen. Man kann nicht zulassen, daß Dinge, die der Entwicklung des Landes dienen, aber im Lande selbst nicht erzeugt werden, mit Zöllen belastet werden. Ferner soll für Transitware nach dem Beispiel anderer Staaten der Zoll bei der Ausfuhr rückvergütet werden. Nur so kann sich Erez Israel zu einem Handelszentrum und zu einem Mittelpunkt für die Warenverteilung entwickeln. Wir müssen den Nachweis antreten, daß die Entwicklung von Haifa nur dann möglich ist, wenn die Einstellung der Palästinaregierung zu den Wirtschaftsinteressen des Landes sich radikal ändert. Die Regierung muß begreifen, daß sie den Schutz der palästinensischen Industrie nicht dem Leiter ihres Zolldepartements übergeben darf. Handel und Industrie müssen intensiv gepflegt, müssen geschätzt werden, Schutzzölle müssen eingeführt werden, wenn man will, daß sich im Lande ein gesundes Wirtschaftsleben entwickle. Wenn wir wünschen, daß Palästina in seiner Entwicklung nicht stehen bleibe, muß man es möglich machen, daß geschulte, hochqualifizierte Arbeiter ins Land kommen. Es ist selbstverständlich, daß es bei einer Beschränkung des Alters der Emigranten auf 35 Jahre ausgeschlossen ist, daß gut ausgebildete Facharbeiter einwandern, denn