Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 478 (sequence 478)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Haifa 1× ep/1047930
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478 ij, Kongreßsitzung: Bericht der Palästina-Kommission Wir sind der Ansicht, daß der Wirtschaftsrat das Budget der Exekutive .nicht belasten wird. Bei richtiger Führung und wahrhafter Ergebenheit für die Sache wird er imstande sein, die Kosten allein zu decken, wie dies zum Beispiel in europäischen Ländern bei den Handelskammern der Fall ist. Wenn er sich Vertrauen erwirbt, so wird seine Stimme gehört werden und es wird ihm gelingen, die jüdische öffentliche Meinung dahin zu beeinflussen, daß diejenigen, die nach Erez Israel kommen, sich nicht ausschließlich in Tel Aviv konzentrieren, sondern sich auch in anderen Städten, vor allem in Haifa, niederlassen. Wir haben uns Rechenschaft darüber gegeben, daß die Industrie nicht imstande ist, sich so auszubauen, wie wir es wollen und wie das private Kapital es will, wenn nicht das Zollsystem und die Art der Interpretation der Zollbestimmungen zugunsten einer sich bildenden Industrie geändert werden. Wir leiden in Erez Israel immer mehr unter der Dumping-Politik, welche verschiedene Staaten in letzter Zeit betreiben. Japan und auch andere Länder werden zu einer so starken Konkurrenz für die palästinensische Industrie, daß wir gewärtig sein müssen, unsere Konkurrenzfähigkeit sogar auf dem inländischen Markt zu verlieren. Zu einer Zeit, wo alle Staaten eine ausgesprochene Kontingent- und Kompensations-Politik betreiben, wo alle Länder die Einfuhr mit Hilfe von allerlei Beschränkungen drosseln, um ihre Handels- und Zahlungsbilanz zu schützen, wo die inländische Industrie und der inländische Arbeitsmarkt durch verschiedene Mittel, beginnend bei Devisenbeschränkungen und endigend mit der Importdrosselung, gesichert wird, ist Erez Israel ein Land der offenen Tür. Gerade heute, wo die Staaten alles tun, um den inländischen Absatzmarkt zu schützen, wo sie Ausfuhrprämien zahlen, wo sie sich die 'Ausfuhr etwas kosten lassen, ist unsere Zollpolitik eine hundertprozentig liberalistische. Es entsteht eine gewaltige Gefahr, wenn die Handelsbilanz Palästinas weiter passiv bleibt wie bisher. Wohl ist es richtig, daß dank dem Zustrom jüdischen Kapitals die palästinensische Zahlungsbilanz aktiv ist, doch darf man nicht zugeben, daß wir lediglich auf den Zustrom ausländischen Kapitals bauen. Es muß alles darangesetzt werden, daß die Handelsbilanz Palästinas sich bessert. Das kann nur geschehen, wenn die Zollpolitik geändert wird. Daher legen wir der Exekutive ans Herz, alles zu tun, um die Regierung zu überzeugen, daß sie als die Schützerin der palästinensischen Wirtschaft den Aufbau des Landes nicht durch das gegenwärtige Zollsystem leiden lassen darf. Die Regierung, hat die Pflicht, Palästina krisenfest zu machen. Das kann nur geschehen, wenn sie ihre Zollpolitik derjenigen anderer Staaten anpaßt. Wir können und dürfen kein liberalistisches Wirtschaftsland bleiben, während andere Länder eine ausgesprochen protektionistische Wirtschaft führen. Doch das allein genügt nicht. Die palästinensische Wirtschaft kann sich nur dann entwickeln, wenn wir Absatzmärkte haben. Die heute bestehenden Verträge mit den Nachbarländern Palästinas müssen geändert werden, wenn sie den Wirtschaftsinteressen des Landes nicht