Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 477 (sequence 477)
- Language
- German, English, Hebrew
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Rottenstreich 477 der palästinensischen Exekutive ein. In diesem Wirtschaftsrat sollen die hervorragendsten Vertreter des palästinensischen Wirtschaftslebens sitzen und die Tätigkeit der bestehenden Wirtschaftsinstitutionen koordinieren, damit kein Gegeneinanderarbeiten sondern eine Zusammenarbeit entstehe. Der Wirtschaftsrat soll der Wegweiser für die Kapitalisten sein, welche ins Land kommen; er soll sie beraten, soll ihnen die objektivsten Informationen geben, soll in ständigem Kontakt mit den Ländern stehen, die Institutionen geschaffen haben, um Kapitalisten nach Erez Israel zu ziehen. Und er soll dort, wo solche Institutionen nicht existieren, bei der Schaffung von entsprechenden Informationsstellen maßgebliche Hilfe leisten, damit der Jude im Galuth, der allmählich sein Vermögen, oder dessen Reste liquidieren und nach Erez Israel überführen will, nicht blind umhertappen und so hundert Prozent riskieren muß. Die geretteten Galuth-Kapitalien sind uns zu kostbar, als daß wir nicht daran denken sollten, alles aufzuwenden, damit sie nicht chaotisch arbeiten und verlorengehen. Bei planmäßiger Arbeit kann sich die Ueberzeugung durchringen, daß in Erez Israel Platz für rentable Kapitalsanlagen ist. Und wenn es gelingt, einen planmäßigen industriellen Aufbau durchzuführen, wird immer mehr Arbeitsmöglichkeit geschaffen werden und die Immigration wachsen. Der Wirtschaftsrat wird auch berufen sein, der Bodenspekulation entgegenzutreten, welche für unser Aufbauwerk den Ruin bedeutet; er wird auch der Berater der Exekutive bei der Festsetzung der Richtlinien für die Vertreter der Zionistischen Organisation in den Banken und Wirtschaftsinstitutionen sein. Mit Bedauern müssen wir konstatieren, daß unsere Banken nicht die Pflichten erfüllen, welche die Zionistische Organisation ihnen auferlegt hat. Wir wollen hoffen, daß der Wirtschaftsrat, wenn er zielbewußt und objektiv arbeitet, wenn er nicht parteiisch sein wird, wenn er für das Ganze wirken will und von dem Prinzip, der gesamten jüdischen Wirtschaft in Erez Israel £u dienen, nicht abweicht, es dahin bringen wird, daß das Mißverhältnis zwischen den Kapitalsanlagen in den Banken und dem Bedarf der palästinensischen Wirtschaft sich verkleinert. Auch wenn wir genug nationales Kapital hätten, so müßten wir das Privatkapital dazu bringen, seine Gelder in mittel- und langfristigen Krediten sowohl in der Industrie, wie in Bauten anzulegen; da wir nun kein nationales Kapital haben, dürfen wir nicht aufhören zu agitieren, zu beweisen und zu überzeugen, wie notwendig, wie zweckdienlich, aber auch wie rentabel es ist, privates Kapital in die Kreditformen zu überführen, welche die Grundlage eines richtigen Aufbaues des Landes sind. Es liegt in der Natur des Menschen, daß er mehr Vertrauen zu wirtschaftlichen Faktoren als zu offiziellen Institutionen hat. Der Wirtschaftsrat kann zum wirtschaftlichen Faktor werden, wenn er nicht nach einem Parteischlüssel, sondern aus Persönlichkeiten zusammengesetzt ist, welche wissen, was vorteilhaft und notwendig ist, und das Vertrauen aller Wirtschaftskreise genießen.