Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 476 (sequence 476)
- Language
- German, English, Hebrew
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476 ij. Kongreßsitzung: Bericht der Palästina-Kommission Aktion der nationalen Fonds und der Zionistischen Organisation durch schaffende Tat das Andenken Chaim Arlosoroffs zu ehren. Der Beitrag für diese Aktion soll derart bemessen sein, daß es jedem Zionisten und jedem mit unserem Werk sich verbunden Fühlenden möglich ist, sich zu beteiligen. ANTRÄGE DER PALÄSTINA-KOMMISSION (SUBKOMMISSION FÜR STÄDTISCHE KOLONISATION, INDUSTRIE UND HAND- WERK). BERICHTERSTATTER Dr. FISCHEL ROTTENSTREICH (Allg., Ostgalizien): Die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas geht andere Wege, als wir sie uns vor Jahren vorgestellt haben. Wir wollten Palästina vornehmlich mit Hilfe des nationalen Kapitals aufbauen, da wir der Ueberzeugung waren, Palästina werde nur auf diese Weise nach unseren Wünschen gebaut werden. Bei der Aufstellung unseres Programmes waren wir vielleicht keine Planwirtschaftler, denn wir haben keine Aufbaupläne geschaffen; doch wir glaubten, es werde uns gelingen, nach einem nationalen Plan zu bauen. Die Wirklichkeit hat unseren Traum und unseren Glauben vorläufig stark beeinträchtigt. Der Zustrom nationalen Kapitals verminderte sich von Jahr zu Jahr so sehr, daß wir uns heute in der Lage befinden, mit einem Aufbau von Erez Israel mit Hilfe des nationalen Kapitals nicht rechnen zu können. Es ist nicht meine Aufgabe und ist auch schwierig, dem Kongreß Pläne vorzulegen, wie der Zustrom nationalen Kapitals verstärkt werden könnte; ich habe auch keine solchen Pläne. Doch eines wissen wir alle: mit den bisherigen Methoden und Formen der Arbeit werden wir nationales Kapital nicht beschaffen. Leider muß ich konstatieren, daß dem Kongreß von der dazu berufenen Seite nicht einmal Pläne für eine Rekonstruktion und eine Reform der Arbeitsmethoden für die Aufbringung nationalen Kapitals vorgelegt wurden. Da wir mangels nationalen Kapitals den Aufbau unseres Landes mit diesem nicht lenken und beeinflussen können, müssen wir Mittel und Wege suchen, um das Privatkapital so zu lenken, daß es den Weg nehme, den wir als im Interesse Palästinas liegend ansehen. Und wenn wir so weit sind, daß das private Kapital nach Erez Israel strömt, so dürfen wir nicht zulassen, daß es sich seine Wege allein suche, daß es ohne jedweden Einfluß der Zionistischen Exekutive baue, die dafür verantwortlich ist, daß kein Chaos entstehe, welches dem Lande großen Schaden zufügen kann. Es ist notwendig, einen planmäßigen Aufbau des Landes festzustellen und durchzuführen, und ich hege die feste Ueberzeugung: obwohl das private Kapital stark individualistisch gerichtet ist, obwohl der Privatkapitalist sich als einen Besserwisser betrachtet, wird er doch •nach all den Niederlagen, welche das laisser faire der Wirtschaft bisher gebracht hat, sich leiten lassen, wenn wir nur wissen, wie wir ihn zu leiten und zu beeinflussen haben. Daher bringen wir im Namen -der Kommission den Antrag auf' Schaffung eines Wirtschaftsrates bei