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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 456

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 456 (sequence 456)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--8863-3485013
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456 i6. Kongreßsitzung: Bericht der Organisationskommission CHAIM SCHURER (Arb., Ostgalizien — spricht hebräisch): Wir wissen noch nicht, ob der Vorschlag des Territorialverbandes heute hier angenommen werden wird. Aber in der Chronik des Zionismus soll vermerkt sein, wer hier gegen die Vereinigung der Zionisten gesprochen hat und wer dafür. Vor den Kongreßwahlen waren die Worte Fraktionismus und Parteiwesen die Hauptbeschuldigung, die gegen uns gerade von jenen erhoben wurde, die ein Monopol auf den Zionismus beanspruchen, auf den Stam-Zionismus oder, wie man es neuestens nennt, den Stamm-Zionismus — sie sind angeblich der Stamm und wir nur ein Zweig darauf. Und jetzt tritt einer von ihnen nach dem andern auf gegen den Versuch, die zionistische Einheit herzustellen. Vor diesem Kongreß und auf anderen Kongressen, als wir noch nicht so stark waren, sind wir für den Territorial verband eingetreten, und vor vier Jahren hörte man auch von allgemein-zionistischer Seite andere Worte als heute. Unterdessen aber haben die Allgemeinen Zionisten ihren eigenen Weltverband geschaffen und jetzt ist ihnen der Territorial verband unbequem. Man will das Monopol auf die zentrale Rolle nicht aus der Hand lassen. Wir aber wollen versuchen, die zionistischen Massen in gemeinsamer Arbeit zu vereinigen. Es ist wahr: wir wollen um die Seele der Masse kämpfen und eine gemeinsame Plattform für unser aller Arbeit schaffen. Warum muß man auf diesem Kongreß so primitive Worte sagen, wie in jedem kleinen Städtchen in der Provinz? Warum tischt man auf diesem Kongreß wieder jene haltlosen Beschuldigungen auf? Weil man während des ganzen Jahres keine ernste Aufklärungsarbeit geleistet hat. Der Territorialverband wird die Massen aufklären und erziehen. Und es besteht kein Grund, zu befürchten, daß das zu Reibungen führen wird. Reibungen entstehen nicht aus Aufklärung, sondern nur aus Demagogie. Und auch unsere Parteikämpfe könnten weniger scharf, weniger übertrieben, weniger verhetzt sein, wenn wir gemeinsam arbeiteten und nicht durch Mauern voneinander getrennt, fern und abgeschlossen voneinander. Wenn Ihr glaubt, daß wir diesen Vorschlag nur aus Kampfstimmung gemacht haben, so versucht doch, mit uns gemeinsam zu arbeiten! Seid Ihr nur bereit, wir sind es. Wollt Ihr aber nicht, dann sagt doch offen, daß Ihr das nicht um der Idee willen tut, sondern daß Ihr Angst habt vor der überwiegenden Stellung des Arbeitenden Palästina im Zionismus. Das ist der wahre Grund. Niemand wird Euch glauben, wenn Ihr Euch auf Euer zionistisches Gewissen beruft. Sagt doch offen, daß der Territorialverband Euch jetzt unbequem ist, und daß Ihr lieber warten wollt, bis Ihr wieder Gelegenheit zu haben glaubt, die Bewegung zu majorisieren (Beifall). Dr. MARKUS KRÄMER (Allg., Bukowina): Ich bedaure lebhaft, daß die wichtige Frage zu einer Zeit erledigt werden soll, da die Mehrheitsverhältnisse im Kongreß nicht feststellbar sind. Die Mehrheit läßt sich niemals überzeugen. Vielleicht wird sie sich besinnen. Wir bewundern die Geschlossenheit der Linken und ihre Taktik, aber sie haben sich mit diesem Antrag verrannt. Viele ihrer Mitglieder sehen ein, daß

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