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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 451

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 451 (sequence 451)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Reichmann, Schwarzbart 451 heit könnte in einer auf Grund des Verhältniswahlrechtes aufgebauten Zwangsorganisation in manchen Ländern eine Aufreibung des Allgemeinen Zionismus herbeiführen. Es ist daher verständlich, daß wir aus diesen internen Gesichtspunkten uns gegen die Aufdrängung territorialer Zwangsverbände, die wir auch vom allgemeinen Standpunkt aus für schädlich halten, mit allen zur Verfügung stehenden konstitutionellen Mitteln wehren werden. Da uns der ganze Vorschlag in seiner jetzigen Form nicht genügend durchdacht und unzweckmäßig scheint und daher für die Neugestaltung unserer Weltorganisation ungeeignet ist, beantragen wir: Der Kongreß überweist die in Bezug auf die Schaffung der territorialen Verbände vorgelegten Anträge als Material dem A.C. mit dem Auftrage, den gesamten Fragenkomplex im Einvernehmen mit der Ständigen Kommission für Organisation und Propaganda zu prüfen und für den nächsten Kongreß Vorschläge vorzubereiten. Dr. IGNAZ SCHWARZBART (Allg., Westgalizien): Wir stehen hier vor der Entscheidung über eine der wichtigsten Fragen des Kongresses. Der Sinn des ganzen Planes ist folgender: Der Vorschlag Ben Gurion, die Landesverbände und Sonderorganisationen aufzulösen und eine einheitliche Zionistische Organisation zu schaffen, ist richtig; aber der Vorschlag der Kommission, der nicht diesen Weg geht, schafft ein vollständiges Chaos in unserer Bewegung. Ueberdies bedeutet dieser Vorschlag, der Landes- und Sonderverbände bestehen läßt und außerdem den Territorialverband schafft, eine Zweispurigkeit der ganzen Organisation. Da die Sonder- und Landesverbände neben den Beschlüssen des Territorialverbandes ihre internen Beschlüsse haben werden, kann der Territorial verband nur zu einem Debattierklub werden, in dem man sich herumraufen wird. Er wird bloß Geld und Zeit kosten, und das Ergebnis wird sein, daß die Feindschaft zwischen den Parteien noch vertieft werden wird. Wer nur ein wenig in den sogenannten Arbeitsgemeinschaften Erfahrung hat, der weiß sehr gut, daß sie sich nicht bewährt haben. Ich wäre für einen radikalen chirurgischen Schnitt, etwa nach dem Plan Ben Gurions, aber was da geschaffen werden soll, ist ein Zwischending und wird ein Unglück für unsere Bewegung sein. Wozu ist der Territorial verband eigentlich notwendig? Für Keren Kayemeth und Keren Hajessod gibt es gemeinsame Komitees, die Alija wird in den gemeinsamen Palästina-Aemtern bearbeitet, die Hebräisierung versieht die interfraktionelle Tarbuth-Organisation; wozu also brauchen wir einen Territorialverband? Der Vorschlag ist vollkommen leer, inhaltlos und unnötig. Es soll nur ein politisches Instrument einer gewissen Richtung geschaffen werden und die freie Bewegung der Parteien hemmen. Die Organisations-Kommission, welche im März ihre Beratungen abgehalten hat, hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt und den Territorial verband mit einer Stimme Majorität beschlossen. Ich warne den Kongreß davor, diesen Schritt zu tun, der eine große Gefahr für die Bewegung bedeutet. 29*

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