Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 450

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 450 (sequence 450)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3476254-3476290--8857-3485007
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

450 i6. Kongreßsitzung: Bericht' der Organisationskommission zu reißen, wird durch die Bildung der Territorialverbände in der vorgeschlagenen Form zur weiteren Verschärfung der Parteigegensätze führen. Der Kampf bei allerlei Wahlen der leitenden zentralen und lokalen Instanzen des Territorialverbandes wird die alltägliche zionistische Arbeit gefährden und die lokalen Führer aller Gruppierungen einander entfremden. Statt Annäherung wird der Territorialverband eine noch größere Verbitterung der Parteien hervorrufen. Die Wahlpropaganda wird wieder denjenigen, die wir für unsere Sache gewinnen wollen, ein abschreckendes Bild unserer inneren Zerrissenheit bieten. Es werden wieder bei dieser Gelegenheit Unterschiede zwischen einzelnen Kandidaten künstlich konstruiert werden, die in kleineren jüdischen Gemeinden zum Kampfe Aller gegen Alle führen werden, wodurch selbstverständlich jede positive zionistische Arbeit auf längere Zeit lahmgelegt wird. z. In den Landes- und Sonderverbänden entscheiden bei Wahlen der leitenden Instanzen erprobte, verantwortungsvolle Parteimitglieder, bei Wahlen zum Kongreß dagegen diejenigen Personen, die oft nur zufällig Schekelzahler wurden. Dieses Uebel der Kongreßwahlen soll nun auf die gesamte Zionistische Organisation übertragen werden. Die vorgeschlagene Organisationsform der Territorialverbände involviert die Gefahr, daß auch bei Wahlen lokaler zionistischer Behörden unerwünschte Elemente über zionistische Anglegenheiten entscheiden können. 3. Die bestehenden Landes- und Sonderverbände können auf politische und erzieherische Tätigkeit im Geiste ihrer eigenen Ideologie nicht verzichten. Die Möglichkeit einer unparteiischen Propagandaarbeit des Territorialverbandes im gemeinsamen Interesse der Sache muß als gänzlich illusorisch betrachtet werden. Ihre politische Färbung wird jeweils von der Parteizugehörigkeit der im Territorialverbande herrschenden Majorität abhängig sein. Bei den jetzt gegebenen Verhältnissen wird sie in vielen Ländern zu einer Art politischer „Gleichschaltungstendenz" ausarten, was in einer auf demokratischen Prinzipien und Freiwilligkeit aufgebauten Organisation mit ernster Gefahr verbunden ist. 4. Die Bestimmungen des Vorschlages bezüglich der Notwendigkeit der Zusammenarbeit der Territorialverbände mit den Landesleitungen der zionistischen Fonds können zu scharfen Auseinandersetzungen führen, die die Arbeit dieser Fonds und der Integrität ihrer Organisation gefährden können, um so mehr als der Keren Hajessod nicht der Zionistischen Exekutive unterstellt ist. 5. Der Allgemeine Zionismus bildet in der Weltorganisation bis nun noch keine organisatorisch geschlossene Richtung. Der Konsolidierungsprozeß des Allgemeinen Zionismus wird nach unserer Meinung durch die Bildung einer territorialen Zwangsorganisation aller Parteien derzeit bedeutend erschwert werden, umsomehr, als derzeit leider in manchen Ländern noch eine Möglichkeit besteht, daß sich die Allgemeinen Zionisten im Rahmen des Territorialverbandes gegenseitig bekämpfen könnten. Der Druck der jetzt bestehenden organisierten Mehr-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.