Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 448 (sequence 448)
- Language
- German, English, Hebrew
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448 j6. Kongreßsitzimg: Bericht der Organisationskommission BERICHTERSTATTER MEREMINSKI: Die Organisationskommission legt dem Kongreß eine Resolution, betreffend die russischen Zionisten, vor; diese Resolution hat keinen politischen Charakter. In Rußland gibt es Hunderte von Genossen, die unsere Bewegung trotz ^Deportation und Kerker nicht vergessen haben. Sie müssen leiden, weil sie der Sache des Zionismus treu bleiben. Wir aber, die Bewegung, haben sie vergessen. Die Bewegung hat bisher nichts getan, um ihnen materiell zu helfen. Diese Resolution, die wir vorschlagen, verpflichtet nicht nur die Exekutive, sondern auch jeden einzelnen Zionisten und alle zionistischen Körperschaften, unseren treuen, leidenden Brüdern beizustehen und dem „Magen" zu helfen (Beifall). VORS. PRÄS. MOTZKIN: Ich muß mit Bedauern feststellen, daß man, wenn man mit Zionisten aus allen Lagern redet, sehr wenig Verständnis dafür findet, daß man sich für unsere Brüder in Rußland interessieren muß. Das ist doch eine Ehrensache für uns. Immer hat eine große idealistische Bewegung besondere Sympathie für jene, die für die Bewegung leiden, für ihre Märtyrer. Es ist mir unerklärlich, wie abgestumpft wir sind. Ich halte es für meine Pflicht, Sie zu ermahnen, daß Sie der Exekutive und der Gesellschaft „Magen" helfen. Wir müssen nicht nur selbst geben, sondern auch eine Aktion einleiten. Mit einigen tausend Pfund retten wir Hunderte von Menschen (Beifall). Sodann wird der Antrag einstimmig angenommen. Er lautet: Der Kongreß verzeichnet mit Genugtuung die eifrige Tätigkeit, die von der Gesellschaft „Magen" in Erez Israel zur Erlangung materieller und moralischer Unterstützung für die in Rußland verfolgten Zionisten geleistet wird, und beauftragt die Exekutive, ihre Aufmerksamkeit der Hilfeleistung für die russischen Gesinnungsgenossen zuzuwenden und die Gesellschaft „Magen" organisatorisch zu unterstützen. BERICHTERSTATTER MEREMINSKI: Ich lege jetzt acht Anträge über den Territorialverband vor. Meine Erläuterung da'zu habe ich schon in der allgemeinen Einleitung meines Referates gegeben. Ich will nur noch bemerken, daß unsere Anträge nichts mit Landespolitik zu tun haben, und daß keine Absicht besteht, einen Sonderverband oder einen allgemein-zionistischen Landesverband irgendwie in ihrer Aktionsfreiheit einzuschränken. Die Anträge lauten: SCHAFFUNG EINES TERRITORIAL VERBANDES. 1. Die Zionisten eines jeden Landes bilden den Territorialverband des betreffenden Landes. 2. In den Wirkungskreis des Territorialverbandes gehören folgende Arbeitsgebiete: Schekelwesen, Kongreßwahlen, Keren Hajessod, Keren Kayemeth, Alija, Hachschara, Informationsdienst über Palästina und Verbreitung der hebräischen Sprache. Mit Einverständnis sämtlicher Beteiligten kann der Territorialverband auch weitere Arbeitsgebiete in seinen Wirkungskreis einbeziehen.