Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 445 (sequence 445)
- Language
- German, English, Hebrew
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Hellmann, Blum, Mereminski u. a. 445 bestreitet den Primat der hebräischen Sprache, aber eine solche prohebräische Demonstration des Kongresses könnte den Anschein erwecken, daß man das Jiddische, das von Millionen der jüdischen Masse im Galuth gesprochen wird, verdrängen will; dies würde der Verbreitung des zionistischen Gedankens unter den jüdischen Massen schaden. Dr. SIMON FEDERBUSCH (Misr., A.C.): Ich bin entschieden gegen den Antrag Lewin. Es hat noch keinen Kongreß gegeben, auf dem ein Delegierter gegen die hebräische Sprache als die offizielle Sprache des Kongresses aufgetreten wäre. Gerade, weil solche Tendenzen da sind, muß der Kongreß unterstreichen, daß Hebräisch die offizielle Sprache der zionistischen Bewegung ist. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Um der Wahrheit willen muß festgestellt werden, daß hier niemand gegen die hebräische Sprache aufgetreten ist. Ich frage nun den Vorsitzenden der Kommission, ob die Mitglieder, die den Dringlichkeitsantrag Grünbaum eingebracht haben, sich dem Entschluß der Kommission, ihn an die Statutenkommission zu verweisen, angeschlossen haben. BERICHTERSTATTER MEREMINSKI: Der Bevollmächtigte der Antragsteller, Delegierter Asch, hat sich damit einverstanden erklärt, allerdings unter der Bedingung, daß kein Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung gestellt werde. Ich bitte Sie daher, den Vorschlag Lewin abzulehnen und den Vorschlag der Kommission anzunehmen. RABBI NAFTALI HALPERN (Misr., Wesigalizien): Es ist nichts davon bekannt, daß der Vorsitzende der Kommission mit dem Antragsteller ein derartiges Abkommen getroffen hätte. Wenn der Antragsteller seinen Antrag zurückgezogen hat, so nehme ich ihn hier im Namen der Minorität wieder auf. CHAIM SCHURER (Arb., Ostgalizien): Vor allem stelle ich fest, daß kein Abkommen außerhalb der Kommission getroffen wurde. In der letzten Sitzung der Organisationskommission wurde der vom Berichterstatter hier vorgeschlagene Ausweg angenommen. Ich bitte jene, denen die hebräische Sprache teuer ist, den Vorschlag der Kommission zu akzeptieren. Nehmet keine leeren Beschlüsse an! Unsere Resolution verzeichnet mit Befriedigung den Fortschritt des Gebrauchs der hebräischen Sprache. Beim nächsten Kongreß werden in dieser Beziehung sicherlich noch weitere Fortschritte zu verzeichnen sein. Aber mit bloßen Demonstrationen wird hier nichts getan. Glaubt uns: wir sind zumindest so gute Hebräer wie Ihr Revisionisten, die Ihr Euer Organ in russischer Sprache herausgebt (Zwischenrufe). JAKOB RAD2YNSKI (Misr., Polen): Der Dringlichkeitsantrag Grünbaum wurde in der Kommission mit einer geringen Aenderung angenommen. Plötzlich aber wurde ein Abkommen hinter den Kulissen getroffen und der Antrag Grünbaums ohne weiteres zurückgestellt. Wir aber nehmen den Antrag wieder auf.